Firmensterben in Deutschland: Krisendynamik frisst sich durch die Wirtschaft
Wichtige Fakten
- • Erstmals seit Corona sinkt Beschäftigung im Dienstleistungssektor um 0,1 Prozent.
- • Firmensterben erreicht Höchststand: 187.744 Schließungen im Jahr 2025.
- • Nur 13 Prozent der Schließungen sind insolvenzbedingt.
- • 30 Prozent der freiwilligen Schließungen wegen fehlender Nachfolger.
- • Arztpraxen-Schließungen steigen um 23 Prozent auf 5.500.
Dienstleistungssektor schrumpft erstmals seit Corona
Die Konjunkturflaute in Deutschland greift um sich: Erstmals seit der Corona-Krise ist die Zahl der Beschäftigten im Dienstleistungssektor im zweiten Quartal 2026 gesunken. Wie das Statistische Bundesamt meldet, ging die Erwerbstätigenzahl im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,1 Prozent zurück. Besonders stark betroffen sind Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit einem Rückgang von 1,1 Prozent. Im öffentlichen Dienst einschließlich Erziehung und Gesundheit stieg die Beschäftigung dagegen um 1,5 Prozent. Insgesamt waren rund 45,7 Millionen Menschen erwerbstätig, 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Firmensterben erreicht Rekordstand
Die Zahl der Unternehmensschließungen hat 2025 einen Höchststand erreicht: Insgesamt gaben 187.744 Betriebe auf, fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Nur 13 Prozent davon waren insolvenzbedingt, der Großteil waren freiwillige Schließungen. Einen wesentlichen Grund sieht die Creditreform- und ZEW-Analyse im demografischen Wandel: Fast ein Drittel der Firmeninhaber tritt in den Ruhestand und findet keinen Nachfolger. Laut Sandra Gottschalk vom ZEW ist dieser Anteil deutlich höher als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. In fast allen Branchen stiegen die Schließungszahlen, besonders stark im Gastgewerbe mit einem Plus von 15 Prozent. Auch im Gesundheitswesen schlossen so viele Arztpraxen wie nie zuvor.
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