Fragile Friedensgespräche in Islamabad unter Druck
Wichtige Fakten
- • Direkte US-Iran-Gespräche finden am Samstag in Islamabad statt.
- • Die Waffenruhe ist durch israelische Angriffe im Libanon gefährdet.
- • Iran wirft Israel vor, die Feuerpause zu verletzen.
- • Die Straße von Hormus bleibt weitgehend blockiert mit nur wenigen Schiffen.
- • Der genaue Inhalt des Zehn-Punkte-Plans ist weiterhin unklar.
Historische Vermittlung mit neuen Details
Pakistan hat sich als Vermittler für Friedensgespräche zwischen den USA und Iran etabliert, nachdem traditionelle Mediatoren im Nahen Osten ausgefallen sind. In Islamabad werden am Samstag direkte Verhandlungen erwartet, um eine dauerhafte Friedenslösung zu erreichen. Die US-Delegation wird von Vizepräsident JD Vance angeführt, während auf iranischer Seite Außenminister Abbas Araghtschi und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf teilnehmen sollen. Der iranische Botschafter in Pakistan kündigte die Ankunft des Verhandlungsteams für Donnerstagabend an, löschte seinen Beitrag auf X jedoch nach wenigen Stunden wieder. Pakistan ergriff umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen, darunter Straßensperrungen mit Schiffscontainern und die Räumung eines Luxushotels, um einen störungsfreien Ablauf zu gewährleisten.
Fragile Waffenruhe und regionale Spannungen
Die vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und Iran ist jedoch fragil, insbesondere nach massiven israelischen Angriffen auf den Libanon. Iran wirft Israel vor, die Feuerpause zu verletzen, und droht mit Vergeltung. Während Iran und Pakistan die Waffenruhe auf den Libanon ausdehnen, sehen die USA und Israel ihn nicht eingeschlossen. US-Vizepräsident JD Vance sprach von einem Missverständnis auf iranischer Seite. Die Blockade der Straße von Hormus durch Iran bleibt weitgehend bestehen, mit Berichten, dass in den ersten zwei Tagen der Waffenruhe nur ein Dutzend Schiffe passierten.
Unklare Verhandlungsgrundlage und neue Streitpunkte
Die Gespräche basieren auf einem Zehn-Punkte-Plan, den Pakistan von Iran übermittelt hat, doch über den genauen Inhalt herrscht Verwirrung mit zwei unterschiedlichen Versionen. Zentrale Streitpunkte bleiben das Ende des iranischen Atomprogramms, der Abzug US-amerikanischer Truppen aus der Region, die Aufhebung von Sanktionen und die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Neu ist die Diskussion über mögliche Durchfahrtsgebühren in der Straße von Hormus, die US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Experten wie Christian Mölling von EDINA bezweifeln, ob die Gespräche überhaupt zustande kommen, da Iran unter starkem Druck steht, aber auch Verhandlungspoker betreiben könnte.
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