Frankreichs Schulbetreuer unter Verdacht: Missbrauchsvorwürfe erschüttern das System
Wichtige Fakten
- • Eltern werfen Schulbetreuern in Frankreich Gewalt und sexuelle Übergriffe vor.
- • Viele Betreuer sind ungelernte Zeitarbeiter mit prekärem Einkommen.
- • Die Stadt Paris hat Betreuer bei Verdacht sofort suspendiert oder entlassen.
- • Gewerkschaften und Elterninitiativen fordern bessere Arbeitsbedingungen und Ausbildungen.
- • Eine Reform 2013 gilt als Ursache für die unattraktive Job-Situation.
Proteste und Vorwürfe gegen Schulbetreuer in Frankreich
In Frankreich demonstrieren Hunderte Schulbetreuer in Paris gegen Vorurteile und das harte Vorgehen der Stadtverwaltung. Hintergrund sind schwere Vorwürfe: Einige Betreuer sollen Kinder über längere Zeit sexuell missbraucht oder psychisch und physisch misshandelt haben. Betroffene Mütter berichten von erzwungenen Umarmungen und Übergriffen unter dem Vorwand von „Geheimnissen“. Täter wurden teils zu Bewährungsstrafen verurteilt und erhielten Berufsverbot.
Systemische Probleme: Niedrige Bezahlung und fehlende Kontrollen
Kritiker sehen die Ursache in einer Schulreform von 2013, die den Job unattraktiv machte. In Paris sind 70 Prozent der 12.000 Schulbetreuer Zeitarbeiter, die pro Monat oft nur 300 bis 1.000 Euro verdienen. Fehlende Ausbildung und Kontrollen begünstigten Missstände. Die Stadt Paris hat zwar 20 Millionen Euro für bessere Ausbildung zugesagt, doch bei Verdacht werden Betreuer ohne Prüfung entlassen – was laut Gewerkschaftern auch Unschuldige trifft.
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