Teilen:
Inland 25.02.2026, 11:31

Ganztagsplätze für Grundschüler: Große Lücken trotz Rechtsanspruch

Ab August 2026 gilt Rechtsanspruch auf Ganztagsplatz für Erstklässler

Wichtige Fakten

  • Ab August 2026 gilt Rechtsanspruch auf Ganztagsplatz für Erstklässler
  • Laut IW-Studie fehlen aktuell rund 150.000 Ganztagsplätze
  • Besonders betroffen sind Bayern (42.300 fehlende Plätze) und NRW (45.300)
  • In Ostdeutschland und Hamburg ist die Versorgung bereits gut
  • Ganztagsbetreuung verbessert Bildungs- und Teilhabechancen der Kinder

Rechtsanspruch und aktuelle Lücken

Ab dem 1. August 2026 haben Erstklässler in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in der Grundschule, der in den Folgejahren schrittweise ausgeweitet wird. Laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) fehlen jedoch bereits jetzt etwa 150.000 Plätze, um die aktuellen Bedarfe zu decken. Besonders betroffen sind die westdeutschen Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen, während in Ostdeutschland und Hamburg bereits über 75 Prozent der Grundschulkinder ganztags betreut werden und das Angebot voraussichtlich ausreicht.

Regionale Unterschiede und Ausbaubedarf

Die IW-Studie basiert auf den Betreuungswünschen der Eltern aus dem Jahr 2024 und zeigt deutliche regionale Disparitäten: In Nordrhein-Westfalen fehlen demnach 45.300 Plätze, in Bayern 42.300. Geht man von einer langfristigen Zielquote von 75 Prozent der Kinder aus, die ganztags betreut werden sollen, steigt der Ausbaubedarf erheblich: Dann würden bundesweit 570.900 Plätze fehlen, mit besonders hohen Defiziten in Bayern (204.300), Nordrhein-Westfalen (126.000) und Baden-Württemberg (105.000). Bayern sticht mit einer aktuellen Ganztagsbetreuungsquote von nur 34 Prozent bei Grundschulkindern besonders negativ hervor.

Vorteile der Ganztagsbetreuung

Die Ganztagsbetreuung stärkt nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern eröffnet Kindern auch bessere Bildungs-, Entwicklungs- und Teilhabechancen. Studien belegen positive Effekte wie verbesserte Deutschnoten, ein besseres Schulklima und erhöhte Aussichten auf einen Gymnasiumsbesuch. Die Einführung des Rechtsanspruchs soll diese Vorteile flächendeckend nutzbar machen, doch der aktuelle Stand zeigt, dass insbesondere einige westdeutsche Bundesländer noch erheblichen Nachholbedarf haben.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.