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Politik 03.05.2026, 13:00 Aktualisiert: 03.05.2026, 15:06

Geheime Treffen: Starmer-Berater traf US-Tech-Konzerne

Berater Chandra hatte 16 nichtöffentliche Treffen mit US-Tech-Konzernen.

Wichtige Fakten

  • Berater Chandra hatte 16 nichtöffentliche Treffen mit US-Tech-Konzernen.
  • Themen waren Regulierungen, KI-Investitionen und Trumps zweite Amtszeit.
  • Chandra ist Top-Berater von Premier Starmer und Finanzministerin Reeves.
  • Kritik: Lobbying hinter verschlossenen Türen, fehlende Offenlegungspflicht.
  • Transparency International fordert umfassendes Lobbyregister.

Einflussreicher Berater traf Top-Tech-Firmen

Ein enger Berater von Premierminister Keir Starmer und Finanzministerin Rachel Reeves, Varun Chandra, hielt zwischen Oktober 2024 und Oktober 2025 sechzehn nichtöffentliche Treffen mit Führungskräften von Google, Meta, Apple, Amazon, Microsoft und Oracle ab. Die Treffen wurden erst durch Freedom-of-Information-Anfragen der Zeitung „The Guardian“ bekannt und werfen Fragen zur Transparenz der britischen Regierung auf. Die Inhalte der Gespräche umfassten unter anderem regulatorische Änderungen, KI-Investitionen und die politischen Prioritäten von Donald Trumps zweiter Amtszeit.

Lobbydruck oder normale Wirtschaftsförderung?

Chandra wird eine zentrale Rolle bei der wirtschaftlichen Ausrichtung der Labour-Regierung zugeschrieben und wurde kürzlich zum US-Handelsbeauftragten ernannt. In Treffen mit Apple-Managern etwa diskutierte Chandra die Verpflichtung der Regierung, Bürokratie abzubauen – ohne dass staatliche Aufsichtsbehörden bei den Gesprächen zugegen waren. Kritiker sprechen von „Lobbying hinter verschlossenen Türen“, das dem öffentlichen Interesse schade. Eine Gegendarstellung aus Downing Street verteidigte die Treffen als routinemäßige Wirtschaftsarbeit. Der Berichterstattung des Guardian zufolge sind Chandras Kontakte zu führenden Köpfen im Silicon Valley für Starmer von großer Bedeutung – sein Netzwerk zu Vertretern global agierender Konzerne mache ihn kontrovers, aber für die Verhandlungsführung in den USA wertvoll.

Transparenzdefizite als strittiger Punkt

Transparency International kritisiert die Vorfälle als Absage an rechtsstaatliche Kontrolle. Dass Mitarbeitende der Regierung wie Chandra weder Rechenschaft noch öffentlich zugängliche Kalender vorweisen müssen, sei anachronistisch und ein Fallstrick für wahrhaftige Demokratie. Chandras Bekanntschaften gehen teils noch auf seine frühere Arbeit in einer privaten Consulting-Firma für ehemalige Geheimdienstmitarbeiter zurück. Die Labour-Partei weist indes die Vorwürfe der Geheimdiplomatie zurück: Schließlich sei Chandra der Wirtschaftsbotschafter für ein starkes transatlantisches Bündnis. Ein Minister heißt es wörtlich, die wirtschaftspolitischen Wirkungen seien unstrittig: Allein Amazon habe Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden angekündigt – wenn auch beispielsweise ein Rechenzentrum unter anderem wegen „starrer Regeln aktuell pausiere“.

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