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Wissen 03.04.2026, 14:08

Genetischer Flaschenhals trug zum Aussterben der Neandertaler bei

Vor 65.000 Jahren schrumpfte die genetische Vielfalt der Neandertaler stark.

Wichtige Fakten

  • Vor 65.000 Jahren schrumpfte die genetische Vielfalt der Neandertaler stark.
  • Eine Kältephase der Eiszeit trieb sie in Refugien wie Südwestfrankreich.
  • Späte Neandertaler entwickelten verbesserte Faustkeile als multifunktionale Werkzeuge.
  • Isolierte Gruppen vermischten sich kaum, was die genetische Verarmung verstärkte.
  • Das Aussterben vor 42.000 Jahren könnte auf geringe Anpassungsfähigkeit zurückgehen.

Zusammenfassung

Eine internationale Studie in PNAS zeigt, dass die Neandertaler vor etwa 65.000 Jahren einen genetischen "Flaschenhals" durchliefen, bei dem ihre genetische Vielfalt stark abnahm. Dies trug vermutlich zu ihrem Aussterben bei, das vor etwa 45.000 bis 42.000 Jahren stattfand. Die Forscher analysierten mitochondriale DNA von 59 Individuen und verknüpften sie mit archäologischen Daten, um die Entwicklung der späten Neandertaler in Europa zu rekonstruieren.

Hintergrund und Ergebnisse

Vor 75.000 Jahren verschlechterte sich das Klima, was die Neandertaler zwang, in klimatisch günstigere Gebiete wie Südwestfrankreich zu ziehen. Dort überlebte eine kleinere Gruppe, die sich später wieder ausbreitete, aber nur eine einzige DNA-Linie aufwies. Trotz innovativer Entwicklungen wie verbesserten Faustkeilen und Fähigkeiten wie Feuerkontrolle und Bestattungen blieb die genetische Vielfalt gering, da sich isolierte Gruppen kaum vermischten.

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