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International 20.03.2026, 15:08 Aktualisiert: 20.03.2026, 18:10

Gerry Adams: Zivilklage wegen IRA-Anschlägen wird zurückgezogen

Die Klage wurde am letzten Verhandlungstag mit Verweis auf möglichen Missbrauch des Rechtswegs zurückgezogen.

Wichtige Fakten

  • Die Klage wurde am letzten Verhandlungstag mit Verweis auf möglichen Missbrauch des Rechtswegs zurückgezogen.
  • Drei Opfer von IRA-Anschlägen aus den Jahren 1973 und 1996 hatten symbolische Schadenersatzansprüche erhoben.
  • Gerry Adams bestritt jede Beteiligung an den Anschlägen und wies die Vorwürfe als 'falsche Anschuldigungen' zurück.
  • Die Kläger befürchteten hohe Kostenrisiken, falls das Gericht einen Missbrauch des Prozesses festgestellt hätte.

Zusammenfassung

Eine Zivilklage gegen den ehemaligen Sinn-Féin-Führer Gerry Adams wegen mutmaßlicher Verantwortung für IRA-Bombenanschläge in Großbritannien ist überraschend zurückgezogen worden. Die drei Kläger, die bei Anschlägen in London und Manchester 1973 und 1996 verletzt wurden, hatten symbolische Schadenersatzansprüche in Höhe von je einem Pfund geltend gemacht. Sie warfen Adams vor, ein führendes Mitglied der IRA gewesen zu sein, was dieser stets bestritt.

Prozessverlauf und Rückzug

Am neunten und letzten Verhandlungstag vor dem High Court in London teilte die Anwältin der Kläger mit, dass die Klage eingestellt wird. Der Grund dafür sei eine rechtliche Debatte um einen möglichen 'Missbrauch des Rechtswegs'. Der Richter hatte zuvor angeregt, diese Frage zu prüfen, was bei den Klägern die Befürchtung auslöste, im Falle einer Feststellung hohe Prozesskosten tragen zu müssen. Daraufhin nahmen sie ein Angebot an, die Klage fallen zu lassen, ohne dass Kosten auferlegt werden.

Reaktionen der Beteiligten

Gerry Adams begrüßte die Entscheidung und bezeichnete die Klage als 'hätte nie erhoben werden dürfen'. Er betonte erneut, kein Mitglied der IRA gewesen zu sein, und äußerte Mitgefühl für die Opfer. Die Kläger zeigten sich enttäuscht, verwiesen aber darauf, dass ihre Beweisführung im Prozess Adams' angebliche Rolle öffentlich gemacht habe. Ihre Anwälte kritisierten die späte Einführung der Missbrauchsdebatte als unfair gegenüber den Opfern.

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