Grüner Stahl in der Krise: Milliarden-Investitionen ohne Abnehmer
Wichtige Fakten
- • Stahl-Holding Saar investiert fünf Milliarden Euro in grünen Stahl.
- • ArcelorMittal schlägt Fördergelder für Umbau wegen mangelnder Rentabilität aus.
- • Salzgitter verschiebt kompletten Umstieg auf grünen Stahl auf 2035.
- • Fehlender Absatzmarkt und zu hohe Energiekosten belasten Hersteller.
- • EU-Parlament stimmt über neue Schutzmaßnahmen für Stahlimporte ab.
Milliarden-Investitionen für grünen Stahl
Die deutsche Stahlindustrie investiert massiv in die klimafreundliche Produktion. Bei der Stahl-Holding Saar in Dillingen entsteht eine der größten Baustellen Europas: Mit 2.000 Bauarbeitern und 32 Kränen werden fünf Milliarden Euro verbaut, davon 2,6 Milliarden als Fördergelder. Ab 2029 soll mit Erdgas und später Wasserstoff produziert werden. Doch der benötigte Ökostrom ist teuer, und ein geplanter Industriestrompreis der Bundesregierung gilt als nicht ausreichend, da andere Hilfen entgegen wirken.
Hersteller zögern bei der Transformation
Der internationale Konzern ArcelorMittal hat Milliarden-Förderungen für den Umbau seiner deutschen Werke abgelehnt, da sich die Investition trotz Unterstützung nicht lohne. Auch Thyssenkrupp sucht einen Käufer für seine Stahlsparte. Salzgitter, der drittgrößte Hersteller, verschiebt den kompletten Umstieg auf grünen Stahl um zwei Jahre auf 2035 – und kritisiert ebenfalls den Industriestrompreis.
Fehlende Abnehmer und politische Probleme
Die Wirtschaftsvereinigung Stahl beklagt unfaire Importe aus Fernost, zu hohe Energiekosten und das Fehlen funktionierender Absatzmärkte für grünen Stahl. Viele Unternehmen sind nicht verpflichtet, diesen zu kaufen. Das CO2-Zertifikatesystem der EU, das Unternehmen zunehmend zum Kauf von teuren Zertifikaten zwingt, soll auf Druck der Bundesregierung abgeschwächt werden. Heute stimmt das EU-Parlament über niedrigere Einfuhrquoten und höhere Zölle auf Stahlimporte ab, um die europäische Branche zu schützen.
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