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Inland 16.03.2026, 08:21 Aktualisiert: 16.03.2026, 15:18

Heizölpreise steigen weiter: Britische Regierung kündigt Hilfspaket an und prüft Militäreinsatz

Heizölpreise stiegen durch Nahostkonflikt und Schließung der Straße von Hormus stark an.

Wichtige Fakten

  • Heizölpreise stiegen durch Nahostkonflikt und Schließung der Straße von Hormus stark an.
  • Regierung stellt 53 Mio. £ für betroffene Haushalte bereit, verteilt auf Regionen.
  • In Nordirland nutzen 500.000 Haushalte Heizöl, fast zwei Drittel aller Haushalte.
  • Starmer lehnt direkte Beteiligung am Krieg ab, prüft aber Marineeinsatz für Öltransport.
  • Kritiker fordern Preisdeckel und Steuererleichterungen für Heizölkunden.

Energiepreiskrise und Regierungsmaßnahmen

Die britische Regierung unter Premierminister Keir Starmer hat ein konkretes Hilfspaket im Wert von 53 Millionen Pfund für Haushalte angekündigt, die von stark gestiegenen Heizölpreisen betroffen sind. Die Preise sind seit dem US-israelischen Konflikt mit Iran und der effektiven Schließung der Straße von Hormus, einer wichtigen Ölhandelsroute, sprunghaft angestiegen, wobei der Rohölpreis zeitweise über 100 US-Dollar pro Barrel lag und zuletzt bei etwa 102 Dollar gehandelt wurde. Das Geld wird gezielt an einkommensschwache Haushalte in ländlichen Gemeinden verteilt, mit 27 Millionen Pfund für England, 17 Millionen für Nordirland, 4,6 Millionen für Schottland und 3,8 Millionen für Wales.

Regulierung und Marktkontrolle

Premierminister Starmer warnt vor Preistreiberei durch Unternehmen und kündigt rechtliche Schritte an, falls Gesetze gebrochen wurden. Die Regierung prüft zudem neue Schutzmaßnahmen für Heizölkunden, da dieser Sektor nicht von der Regulierungsbehörde Ofgem gedeckelt ist. Kritiker wie Simon Francis von der End Fuel Poverty Coalition begrüßen die Ankündigungen, fordern aber mehr Klarheit und konkrete Pläne, da Haushalte mit Heizöl weiterhin anfällig für globale Ölpreisschocks bleiben. Die Opposition fordert eine Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Heizöl und eine Preisobergrenze.

Außenpolitik und Militäreinsatz

Parallel zur Energiekrise steht die britische Regierung unter Druck, sich am US-geführten Militäreinsatz zur Öffnung der Straße von Hormus zu beteiligen. Premierminister Starmer betonte jedoch, dass Großbritannien nicht in einen breiteren Krieg im Nahen Osten hineingezogen werden soll. Er erklärte, man prüfe Optionen für eine Marinebeteiligung, um die globalen Öllieferungen zu sichern, aber eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Starmer betonte die Notwendigkeit einer diplomatischen Lösung, um den Konflikt schnell zu beenden und die Energiekosten zu senken.

Regionale Verteilung und Kritik

Die Hilfsgelder werden über lokale Behörden verteilt, wobei in England der Crisis and Resilience Fund ab dem 1. April genutzt wird. In Nordirland kritisierte Finanzminister John O'Dowd die Zuteilung als "extrem enttäuschend", da sie nur etwa 35 Pfund pro Haushalt bedeute. Betroffene wie Denise aus Suffolk berichten von Verdreifachung der Heizölkosten und müssen auf Warmwasser und Heizung verzichten, während andere wie Cheryl Diamond aus Nordirland Diebstahl ihrer wertvollen Ölvorräte fürchten.

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