Historisches Urteil: Belgien muss koloniale Gewalt entschädigen
Wichtige Fakten
- • Fünf Frauen erhalten je 50.000 Euro Entschädigung.
- • Belgischer Staat urteilte erstmals zu kolonialen Verbrechen.
- • Kinder wurden in kolonialen Heimen interniert.
- • Urteil gilt als Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
- • Die Entscheidung ist rechtskräftig.
Historisches Gerichtsurteil
Ein belgisches Gericht hat fünf betroffenen Frauen erstmals eine Entschädigung für koloniale Verbrechen zugesprochen. Léa Tavares und ihre vier Freundinnen, die als Kinder in den 1940er und 1950er Jahren von belgischen Kolonialisten ihren Müttern entrissen und in katholischen Missionsstationen im Kongo untergebracht wurden, erhalten je 50.000 Euro. Das oberste Gericht Belgiens bestätigte das Urteil am 22. Mai 2026 rechtskräftig.
Juristische und gesellschaftliche Bedeutung
Anwältin Michèle Hirsch spricht von einem historischen Urteil: Zum ersten Mal müsse ein europäischer Staat Opfer kolonialer Gewalt entschädigen. Die Jahre währende Kolonialherrschaft Belgiens im Kongo (1885-1960) gilt als besonders brutal, mit Millionen Toten. Trotz des Urteils bleibt die öffentliche Debatte in Belgien verhalten. Eine erste offizielle Entschuldigung gab es 2019 durch Premierminister Charles Michel, König Philippe äußerte lediglich Bedauern.
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