Hitze trifft Frauen häufiger – aber nicht nur
Wichtige Fakten
- • Hitzewellen verursachen laut RKI Tausende zusätzliche Todesfälle.
- • Frauen sind häufiger betroffen, auch wegen höherer Lebenserwartung.
- • Physiologische Unterschiede wie geringeres Schwitzen spielen eine Rolle.
- • Soziale Faktoren wie Armut beeinflussen Hitzerisiko stärker als Geschlecht.
Hitzebedingte Sterblichkeit und Geschlechterunterschiede
Ein aktueller Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, dass Hitzewellen wie Ende Juni 2026 zu Tausenden zusätzlichen Todesfällen führen. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Als Hauptgrund gilt die höhere Lebenserwartung von Frauen; in den besonders gefährdeten höheren Altersgruppen sind sie überrepräsentiert. Hinzu kommen physiologische Unterschiede: Im Durchschnitt schwitzen Frauen weniger, haben einen höheren Körperfettanteil und neigen zu niedrigerem Blutdruck, so Hanns-Christian Gunga von der Charité.
Weitere Einflussfaktoren und soziale Aspekte
Expertin Alina Herrmann betont, dass nicht nur das biologische Geschlecht zählt. Armut, schlechtere Wohnbedingungen und Mehrfachbelastung – die häufiger Frauen trifft – erhöhen das Hitzerisiko. Männer wiederum sind oft körperlich anstrengenderen Berufen ausgesetzt. Der Fitnesszustand gilt als wichtiger Schutzfaktor. Ein erheblicher Teil der hitzebedingten Erkrankungen und Todesfälle sei potenziell vermeidbar, so Alexandra Schneider vom Helmholtz Zentrum München, der Appell an Kommunen und Einzelpersonen für bessere Hitzeschutzkonzepte.
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