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Wirtschaft 14.03.2026, 11:15

Indexpolicen: Verlockende Versprechen, ernüchternde Realität

Indexpolicen kombinieren Rentenversicherungen mit Optionen auf Indizes wie den DAX.

Wichtige Fakten

  • Indexpolicen kombinieren Rentenversicherungen mit Optionen auf Indizes wie den DAX.
  • Hohe Abschlussprovisionen und Verwaltungskosten schmälern die Rendite erheblich.
  • Gewinndeckelungen ('Caps') begrenzen den Zinseszinseffekt und das Wachstumspotenzial.
  • Die Stiftung Warentest rät generell von dieser Produktklasse ab.

Ein verlockendes Angebot mit Tücken

Indexpolicen wurden als innovative Anlageform beworben, die Sicherheit und attraktive Renditen vereinen soll, doch in der Praxis erweisen sie sich oft als enttäuschend. Ein Fall aus Hanau illustriert dies: Ein Elternpaar schloss 2011 einen 'SV IndexGarant' ab, um für ihren Sohn vorzusorgen, mit der Erwartung zweistelliger jährlicher Wachstumsraten. Stattdessen führte die lange Laufzeit von 39 Jahren, hohe Kosten und komplexe Vertragskonstruktionen zu einem Rückkaufwert unter den eingezahlten 25.200 Euro nach 15 Jahren.

Komplexität und mangelnde Transparenz

Hinter dem Begriff 'IndexGarant' verbirgt sich im Wesentlichen eine klassische Rentenversicherung, bei der nur ein kleiner Teil der Überschüsse in Optionen auf Indizes wie den DAX investiert wird. Wirtschaftsexperten wie Andreas Hackethal von der Goethe-Universität Frankfurt kritisieren, dass nur ein überschaubarer Anteil am Kapitalmarkt ankommt und Gewinndeckelungen ('Caps') den Zinseszinseffekt verhindern. Zudem sind Abschlussprovisionen und laufende Verwaltungskosten für Laien schwer erkennbar und schmälern die Rendite erheblich.

Kritik von Verbraucherschützern

Die Stiftung Warentest rät seit Jahren von Indexpolicen ab, da sie hohe Kosten, komplizierte Indexbeteiligungen und oft geringe oder keine Renditen bieten. Selbst in Börsenhochphasen entwickeln viele Produkte kaum positive Verzinsung. Verbraucherschützer empfehlen stattdessen transparentere Vorsorgeformen für Kapitalmarktanlagen. Im Fall des Hanauer Paares hat der Versicherer nach Medienberichterstattung schließlich die Rückzahlung des eingezahlten Kapitals zugesagt, doch die Erfahrung unterstreicht die Notwendigkeit kritischer Prüfung solcher Finanzprodukte.

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