Deutsche Winzer in der Krise: Kostendruck und sinkender Konsum
Wichtige Fakten
- • Produktionskosten stiegen seit Ukraine-Krieg um bis zu 30 Prozent.
- • 77 Prozent des Weinkonsums entfallen auf Menschen über 55 Jahre.
- • Marktanteil deutscher Weine liegt nur bei 42 Prozent.
- • EU-Freihandelsabkommen mit Indien senkt Zölle auf Wein schrittweise.
- • Alkoholfreie Wein-Alternativen sind ein wachsender Markt.
Kostendruck und sinkender Konsum belasten Weinbau
Der deutsche Weinbau steckt in einer tiefen Krise. Gestiegene Produktionskosten von bis zu 30 Prozent seit dem Ukraine-Krieg und ein intensiver Preiskampf setzen die Winzer unter Druck. Hinzu kommt, dass die Deutschen immer weniger Wein trinken: Die Hauptkonsumenten sind über 55 Jahre alt und gehen allmählich aus dem Markt. Jüngere Verbraucher haben ihren Konsum besonders reduziert. Der Marktanteil heimischer Weine beträgt nur noch 42 Prozent, während günstige Importe aus Frankreich, Spanien und Italien den Markt dominieren. Viele Konsumenten geben im Supermarkt nicht mehr als fünf Euro pro Flasche aus.
Export als Chance: Freihandelsabkommen mit Indien
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, verstärken deutsche Winzer ihre Exportbemühungen. Zwar sind die USA der umsatzstärkste Markt, doch die Zollpolitik von Donald Trump sorgte für Unsicherheit. Ein neues EU-Freihandelsabkommen mit Indien soll Zölle auf Wein von 150 Prozent zunächst auf 75 und innerhalb von zehn Jahren auf 20 Prozent senken. Das bietet langfristig Chancen, auch wenn kurzfristige Euphorie nicht angebracht ist.
Branche setzt auf Exzellenz und neue Produkte
Viele Winzer sehen den Ausweg in der Produktion von Premiumweinen ("Exzellenz") und in Innovationen wie alkoholfreien Wein-Alternativen. Die EU hat ein Weinpaket beschlossen, das Verbesserungen vorsieht, doch der Verband der Prädikatsweingüter betont, dass die Winzer selbst ihre Hausaufgaben machen müssen, etwa durch Anpassung an Verbraucherwünsche. Experten prognostizieren, dass viele Rebflächen verschwinden werden, und die Frage nach alternativer Nutzung bleibt offen.
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