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International 02.04.2026, 08:48 Aktualisiert: 02.04.2026, 23:02

Internationaler Gipfel sucht diplomatische Lösungen für Straße von Hormus

Vertreter aus über 40 Ländern nahmen an einem virtuellen Gipfel unter britischer Leitung teil, um die Blockade zu beenden.

Wichtige Fakten

  • Vertreter aus über 40 Ländern nahmen an einem virtuellen Gipfel unter britischer Leitung teil, um die Blockade zu beenden.
  • Frankreichs Präsident Macron lehnt Militäreinsatz ab und fordert Verhandlungen mit Iran nach Waffenruhe.
  • Die USA waren nicht am Gipfel beteiligt, während Trump andere Länder aufforderte, die Meerenge selbst zu öffnen.
  • Iran hat mehreren Ländern wie den Philippinen, Malaysia und China sichere Durchfahrt für Öltanker zugesichert.
  • Der Ölpreis (Brent) stieg in den letzten Wochen von 73 auf über 100 US-Dollar pro Barrel.

Virtueller Gipfel zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus

Vertreter aus mehr als 40 Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Kanada und Indien, nahmen an einem virtuellen Gipfel teil, der vom britischen Außenministerium koordiniert wurde, um diplomatische und politische Maßnahmen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu erörtern. Die britische Außenministerin Yvette Cooper betonte, dass Iran eine internationale Schifffahrtsroute gekapert habe und die Weltwirtschaft als Geisel nehme, wobei normalerweise 150 Schiffe pro Tag passieren, aber in den letzten 24 Stunden nur 25 Durchfahrten möglich waren und 2.000 Schiffe auf die Passage warten. Premierminister Keir Starmer lud zu dem Treffen ein, um die Freiheit der Schifffahrt wiederherzustellen, wobei im Anschluss militärische Planer Möglichkeiten zur Eskortierung von Tankern prüfen sollen. Die Teilnehmer vereinbarten, diplomatische, wirtschaftliche und koordinierte Maßnahmen zu prüfen, einschließlich möglicher Sanktionen über die UNO, um Druck auf Iran auszuüben.

Frankreichs Position und Kritik an den USA

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hält einen Militäreinsatz in der Straße von Hormus für unrealistisch und betonte während eines Besuchs in Südkorea, dass die Meerenge nur in Absprache mit Iran wieder geöffnet werden kann, wozu Verhandlungen nach einer Waffenruhe nötig seien. Er kritisierte US-Präsident Trump für dessen Aussagen, die die NATO aushöhlen, und warnte, dass ein Militäreinsatz unendlich viel Zeit in Anspruch nehmen würde und Schiffe der Bedrohung durch die iranische Revolutionsgarde ausgesetzt wären. Macron setzt sich für eine internationale Mission europäischer und nichteuropäischer Länder ein, um nach dem Ende der heftigsten Kriegsphase Öl- und Gastanker zu eskortieren. Trump hatte zuvor erklärt, andere Länder sollten "etwas verspäteten Mut aufbauen" und die Meerenge selbst öffnen, während die USA nicht am Gipfel teilnahmen.

Iranische Reaktionen und regionale Entwicklungen

Iran hat derweil mehreren Ländern sichere Durchfahrt für Öltanker zugesichert, darunter den Philippinen, Malaysia und China, um die Energieversorgung aufrechtzuerhalten, wobei die Philippinen einen nationalen Energienotstand ausriefen. Außenamtssprecher Ismail Baghai kündigte weitere und härtere Gegenwehr an, solange der Krieg andauert, und lehnte einen Kreislauf aus Krieg und Verhandlungen ab. Parallel dazu gab es israelische Angriffe im Süden des Libanons, bei denen sieben Menschen getötet wurden, was die regionale Instabilität unterstreicht. Iran hat mehrere Schiffe angegriffen, was den Energieexport stört und die globalen Treibstoffpreise in die Höhe treibt.

Auswirkungen auf die Weltwirtschaft

Die Straße von Hormus ist eine kritische Passage für den globalen Energiehandel, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und Gases fließt, und die Blockade hat zu steigenden Gas- und Ölpreisen sowie sinkenden Speicherständen geführt. Infolge der Angriffe ist der Preis für Brent-Rohöl in den letzten Wochen von 73 auf über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen, was weltweit zu steigenden Lebenshaltungskosten beiträgt, während Italien im Anschluss an den Gipfel einen humanitären Korridor für Düngemittel und andere Güter forderte, um eine Nahrungsmittelkrise in afrikanischen Ländern zu verhindern. Die Weltbank warnt, dass eine anhaltende Blockade 9 Millionen Menschen weltweit in Ernährungsunsicherheit stürzen könnte.

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