Israel startet direkte Verhandlungen mit Libanon trotz anhaltender Kämpfe
Wichtige Fakten
- • Israel kündigte direkte Verhandlungen mit dem Libanon über Entwaffnung der Hisbollah an.
- • Die Opferzahl stieg auf über 300 Tote nach den israelischen Luftangriffen.
- • Die Hisbollah feuerte erstmals seit der Waffenruhe Raketen auf Israel ab.
- • US-Präsident Trump informierte Netanjahu nur 20 Minuten vor der Waffenruhe-Verkündung.
- • Internationaler Druck auf Israel wächst, die Angriffe im Libanon einzustellen.
Eskalation trotz Waffenruhe und neue diplomatische Initiative
Israel hat am 09.04.2026 massive Luftangriffe im Libanon durchgeführt, obwohl zuvor eine zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und Iran vereinbart worden war. Laut israelischen Angaben wurden über 100 Hisbollah-Ziele in Beirut, im Bekaa-Tal und im Süden des Landes getroffen, darunter Kommandozentralen und Militärstützpunkte. Die libanesische Hisbollah-Miliz reagierte mit Raketenangriffen auf israelische Grenzstädte wie Kiriat Schmona und Metulla – zum ersten Mal seit Verkündung der Waffenruhe. Die Hisbollah erklärte, dies sei eine „Reaktion auf die Verletzung des Waffenruhe-Abkommens“ durch Israel.
Steigende Opferzahlen und internationale Kritik
Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der Todesopfer auf über 300, mit etwa 1.150 Verletzten. Die Angriffe trafen auch Geschäfts- und Wohnviertel, was zu zahlreichen zivilen Opfern führte. Die internationale Kritik an Israel nahm zu: UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Angriffe scharf und warnte vor einer Gefährdung der Waffenruhe. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach dem Libanon Solidarität aus, während die britische Außenministerin Yvette Cooper forderte, die Waffenruhe auf den Libanon auszuweiten. China und Spanien mahnten zur Zurückhaltung.
Widersprüche über Waffenruhe und neue Verhandlungen
Uneinigkeit herrscht über den Geltungsbereich der Waffenruhe im Libanon. Während Iran und Pakistan den Libanon einbeziehen, betonen USA und Israel, dass die Vereinbarung nicht für israelische Operationen gegen die Hisbollah gilt. US-Präsident Donald Trump informierte Israels Premier Benjamin Netanjahu laut Berichten nur 20 Minuten vor der Bekanntgabe der Waffenruhe, was zu Enttäuschung in Israel führte. Trotz der anhaltenden Kämpfe kündigte Netanjahu nun direkte Verhandlungen mit dem Libanon an, die in der kommenden Woche in Washington beginnen sollen. Ziel ist die Entwaffnung der Hisbollah und die Aufnahme friedlicher Beziehungen, während die Hisbollah dies ablehnt und einen Waffenstillstand als Vorbedingung fordert.
Internationaler Druck und innenpolitische Faktoren
Der internationale Druck auf Israel, die Angriffe im Libanon einzustellen, wächst, da sie die Waffenruhe mit Iran gefährden. Der ehemalige US-Botschafter Dan Shapiro warnte, Trump könnte Netanjahu auffordern, die Angriffe zu stoppen, sollte die Waffenruhe bedroht sein. Netanjahu steht unter innenpolitischem Druck, Erfolge zu präsentieren und zu signalisieren, dass er sich eine Waffenruhe nicht diktieren lässt. US-Präsident Trump kündigte an, Israel werde sich im Libanon nun zurückhalten, nachdem Netanjahu eine Reduzierung der Angriffe zugesagt habe.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.