Waffenruhe im Iran-Krieg: Erleichterung und offene Fragen
Wichtige Fakten
- • Die USA, Israel und Iran vereinbarten eine zweiwöchige Waffenruhe, vermittelt durch Pakistan.
- • Der iranische Zehn-Punkte-Plan als Verhandlungsgrundlage enthält widersprüchliche Versionen, besonders zum Atomprogramm.
- • Iran will die Straße von Hormus unter iranischer Militärverwaltung und mit Gebühren für Schiffe öffnen.
- • Die Waffenruhe gilt nicht für den Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon.
- • Große Reedereien wie Hapag-Lloyd und Maersk halten Schiffe weiter aus der Straße von Hormus fern.
Internationale Erleichterung über Waffenruhe
Die Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA, Israel und Iran hat weltweit für Erleichterung gesorgt. Die Bundesregierung, die EU und Staaten wie Großbritannien begrüßten die Feuerpause, betonten aber, dass sie nur ein erster Schritt sein dürfe. Bundesaußenminister Johann Wadephul nannte sie eine "frohe Botschaft", forderte jedoch eine dauerhafte Befriedung. Die Waffenruhe wurde durch Vermittlung Pakistans erreicht, das für Freitag zu Verhandlungen in Islamabad einlud.
Offene Fragen zu Atomprogramm und Straße von Hormus
Viele Details bleiben ungeklärt, darunter die Zukunft des iranischen Atomprogramms. Der iranische Zehn-Punkte-Plan als Verhandlungsgrundlage enthält widersprüchliche Aussagen, etwa zur Urananreicherung, mit Unterschieden zwischen der farsischen und englischen Version. Auch die Öffnung der Straße von Hormus ist umstritten: Iran will sie unter iranischer Militärverwaltung und mit Gebühren für Schiffe öffnen, während die USA auf freie Schifffahrt drängen. Deutschland kündigte an, sich an der Sicherung der Meerenge zu beteiligen.
Reedereien bleiben vorsichtig
Große Reedereien wie Hapag-Lloyd und Maersk bleiben vorsichtig und haben ihre Schiffe noch nicht durch die Straße von Hormus passieren lassen. Bei Hapag-Lloyd sitzen sechs Schiffe im Persischen Golf fest, und Maersk will den Normalbetrieb vorerst nicht wieder aufnehmen. Der Verband Deutscher Reeder warnt, dass die Lage angespannt bleibt, solange Sicherheitsgarantien fehlen. Über 2.000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten sind seit Kriegsausbruch im Golf blockiert.
Konflikt im Libanon dauert an
Die Waffenruhe gilt nicht für den Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon, was weitere Spannungen befürchten lässt. Israel setzt seine Angriffe auf die Hisbollah fort, entgegen Pakistans Ankündigung, dass die Feuerpause auch für den Libanon gelte. In Israel stößt dies auf Kritik der Opposition, die Premierminister Netanjahu Versagen vorwirft. Die israelische Armee führt weiterhin gezielte Bodenoperationen im Libanon durch.
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