Keir Starmer tritt zurück: Britischer Premier am Erwartungsdruck gescheitert
Wichtige Fakten
- • Keir Starmer kündigte nach zwei Jahren den Rücktritt an.
- • Er scheiterte an hohen Erwartungen und schlechten Umfragen.
- • Andy Burnham gilt als wahrscheinlichster Nachfolger.
- • Labour-Mehrheit bleibt, Neuwahlen sind nicht geplant.
- • Brexit-Debatte könnte unter Burnham neu entfacht werden.
Starmer tritt zurück: Kein Skandal, sondern enttäuschte Erwartungen
Der britische Premierminister Keir Starmer hat seinen Rücktritt angekündigt. Experte Nicolai von Ondarza zufolge scheiterte er nicht an einem Skandal, sondern daran, dass er den großen Wandel, den er nach dem Wahlsieg versprochen hatte, nie einlösen konnte. Nach Niederlagen bei Regional- und Lokalwahlen verlor er zunehmend das Vertrauen seiner Abgeordneten. Auch Andy Burnhams Erfolg bei einer Nachwahl trug zur Entscheidung bei.
Gründe für das Scheitern: Knappe Mehrheiten und selbst auferlegte Grenzen
Starmer hatte eine überwältigende absolute Mehrheit errungen, aber in vielen Wahlkreisen nur knapp – was viele Labour-Abgeordnete um ihre Wiederwahl fürchten ließ. Zudem schränkte er seinen Spielraum durch Versprechen ein, Steuern nicht erhöhen, keine neuen Schulden aufnehmen und das Brexit-Abkommen nicht neu verhandeln zu wollen. So konnte er den erwarteten Wandel nicht umsetzen und verlor sukzessive an Zustimmung in der Bevölkerung und in der eigenen Partei.
Herausforderungen für einen Nachfolger: Druck von allen Seiten
Als wahrscheinlichster Nachfolger gilt Andy Burnham. Die haushaltspolitische Lage bleibt schwierig, Rechtspopulisten von Reform UK machen Druck. Burnham steht vor der Aufgabe, die starke Parlamentsmehrheit aktiver zu nutzen und Vertrauen zurückzugewinnen. Seine außen- und sicherheitspolitischen Positionen, etwa zur Unterstützung der Ukraine und zur EU-Annäherung, sind noch unklar und werden sich unter dem Druck der Finanzmärkte und der Öffentlichkeit formen müssen.
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