KI-Ausbau in Deutschland: Strategie verabschiedet, Herausforderungen bleiben
Wichtige Fakten
- • Bundesregierung beschloss erste nationale Rechenzentrumsstrategie.
- • KI-Rechenzentrumskapazität soll sich bis 2030 vervierfachen.
- • Deutschland hat nur 3 Gigawatt Rechenzentrumsleistung, USA 48 Gigawatt.
- • Große Rechenzentren verbrauchen Strom wie eine Kleinstadt.
- • Experten fordern Fokus auf spezialisierte Anwendungen, nicht Größe.
Nationale Strategie beschlossen
Die Bundesregierung hat in diesem Jahr erstmals eine nationale Rechenzentrumsstrategie verabschiedet. Ziel ist es, die Rechenzentrumskapazität bis 2030 zu verdoppeln und die KI-Kapazität sogar zu vervierfachen. Insgesamt 28 Maßnahmen sollen den Ausbau beschleunigen. Für IT-Experte Dennis Kenji-Kipker ist dies ein erster kohärenter KI-Rahmen für Deutschland mit konkreten Zielen.
Große Lücken zu den USA
Deutschland verfügt laut Bitkom über eine Rechenzentrumsleistung von etwa drei Gigawatt. Die USA haben mit über 48 Gigawatt das Sechzehnfache. Die zehn größten US-Rechenzentren entsprechen etwa der Gesamtleistung Deutschlands. Der Rückstand ist also erheblich.
Herausforderungen bei Energie und Ressourcen
Moderne KI-Rechenzentren benötigen enorme Mengen Strom und Kühlung, erklärt Umweltforscher Jens Gröger vom Öko-Institut. Sie können den Stromverbrauch einer Kleinstadt erreichen. Netzanschlüsse, Industrieflächen und Wasser sind oft knapp. Deshalb müsse der Ausbau mit der Energieplanung verzahnt werden.
Chancen durch erneuerbare Energien
Gleichzeitig sehen Experten Chancen: Rechenzentren könnten mit erneuerbaren Energien versorgt werden, als Batteriespeicher dienen und Abwärme in Nahwärmenetze einspeisen. Gezielte Ansiedlung an Standorten mit viel Ökostrom könnte einen Beitrag zur Energiewende leisten.
Spezialisierung statt Größe
Gröger und Kipker plädieren statt für riesige KI-Zentralen nach US-Vorbild für spezialisierte Rechenzentren. Deutschland könne mit seinen Industriedaten etwa im Maschinenbau oder der Chemie punkten. Ohne stärkere europäische Zusammenarbeit sei der globale Wettlauf allein nicht zu bestehen.
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