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Gesellschaft 02.03.2026, 17:10

Kidfluencer: Ausbeutung von Kindern in Sozialen Medien

Kidfluencer zeigen intimste Alltagsszenen von Minderjährigen ohne deren Einwilligung.

Wichtige Fakten

  • Kidfluencer zeigen intimste Alltagsszenen von Minderjährigen ohne deren Einwilligung.
  • Ab 10.000 Followern kann ein Post bis zu 1.000 Euro einbringen.
  • Deutschland hat Petition und Gutachten zur rechtlichen Absicherung von Kinderrechten vorgelegt.
  • Videos werden oft von der Pädophilen-Szene sexualisiert konsumiert.
  • Kinderarbeit ist laut Jugendarbeitsschutzgesetz grundsätzlich verboten.

Ausbeutung von Kindern in Sozialen Medien

Kidfluencer-Kanäle zeigen intime Alltagsszenen von Minderjährigen, von Geburt bis Pubertät, und vermarkten diese an hunderttausende Follower. Eltern filmen und posten diese Inhalte, oft ohne Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte der Kinder. Laut der Tagesschau-Doku handelt es sich um ein lukratives Geschäft, bei dem schon ab 10.000 Followern ein einzelner Post bis zu 1.000 Euro einbringen kann. Die Kinder sind zu jung, um die Tragweite dieser Veröffentlichungen zu verstehen, und ihre Privatsphäre wird massiv verletzt.

Rechtliche Grauzone und Gefahren

Im Gegensatz zum Filmgeschäft gibt es für Soziale Medien kaum Schutzvorgaben. Kinderarbeit ist laut Jugendarbeitsschutzgesetz zwar verboten, wird aber in dieser Grauzone oft umgangen. Die Kinderrechtsaktivistin Sara Flieder weist darauf hin, dass selbst scheinbar harmlose Videos von der Pädophilen-Szene sexualisiert konsumiert werden. Zudem teilen Eltern private Informationen wie Mobbing-Erfahrungen oder gesundheitliche Details, die nicht ins Internet gehören.

Erste Schritte zum Schutz

Eine Petition mit über 50.000 Unterschriften und ein Gutachten, das von Kindeswohlgefährdung spricht, wurden 2025 der Kinderkommission des Bundestages überreicht. Dies gibt Hoffnung auf gesetzliche Schutzmaßnahmen, die über Arbeitszeiten hinausgehen. Experten raten, solche Kanäle nicht zu folgen, zu liken oder zu kommentieren, um das Geschäftsmodell nicht zu fördern.

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