Klimaforscher Hartmut Graßl: 'Wir wussten es seit 1987' – und heute?
Wichtige Fakten
- • Graßl warnte 1987 vor Klimaänderungen.
- • Hitzewellen und Dürren nehmen zu.
- • Meeresspiegel steigt vier Millimeter jährlich.
- • Kosten für Solarenergie sind niedriger als fossil.
- • 1,5-Grad-Ziel wird in wenigen Jahren gerissen.
Frühe Warnungen und späte Erkenntnis
Der Klimaforscher Hartmut Graßl gehört zu den ersten Wissenschaftlern, die bereits in den 1980er Jahren vor den Gefahren der Erderwärmung warnten. Gemeinsam mit der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft veröffentlichte er 1987 den Aufruf 'Warnung vor drohenden weltweiten Klimaänderungen durch den Menschen'. Schon damals war klar, dass die Emission langlebiger Treibhausgase zu einem erhöhten Treibhauseffekt führen würde.
Eingetretene Folgen
Heute sind die von Graßl vorhergesagten Folgen sichtbar: häufigere und intensivere Hitzewellen, Dürren, schrumpfendes Eis, steigende Meeresspiegel und Wasserknappheit. Er betont, dass die Umverteilung der Niederschläge und die reduzierte Bodenfeuchte die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung gefährden. Die menschliche Gesundheit wird zunehmend belastet, und die Wirtschaftskraft in betroffenen Regionen leidet.
Bilanz und Hoffnung
Graßl zieht eine gedämpft positive Bilanz: Das Pariser Abkommen und Fortschritte bei erneuerbaren Energien sind Meilensteine, aber die Umsetzung hakt. Er sieht Hoffnung in den sinkenden Kosten für Solarenergie, die mittlerweile günstiger ist als fossile Brennstoffe. Entscheidend ist, dass die Politik diese Chance nutzt und den Klimaschutz als Wirtschaftsfaktor anerkennt.
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