Hitzekampf im Salatanbau: Frühe Ernten gegen Sonnenbrand
Wichtige Fakten
- • Rekordtemperaturen im Juni bedrohen Salaternte.
- • Salatbauern ernten ab 04:30 Uhr, um Hitze zu vermeiden.
- • Beregnung schützt Salatblätter vor Sonnenbrand.
- • Wasser aus Oberfiltrat, nicht aus Tiefengrundwasser, wird genutzt.
- • Hydrologe: Entnahme bei regulierten Flüssen vertretbar.
Hitzewelle setzt Salatbauern unter Druck
Die zunehmende Trockenheit im Sommer stellt Landwirte vor neue Herausforderungen. Bei der Hitzewelle im Juni wurden mehrere deutsche Temperaturrekorde gebrochen. Im Nürnberger Knoblauchsland, einem der größten Gemüseanbaugebiete Deutschlands, müssen Salatbauern unkonventionelle Maßnahmen ergreifen. Um die Ernte zu schützen, beginnen die Arbeiter bereits um halb fünf Uhr morgens und bekommen Sonnencreme, Getränke und Hüte gestellt.
Innovative Bewässerung gegen Ernteausfälle
Ein Hauptproblem ist der sogenannte Sonnenbrand an den empfindlichen Salatblättern. Betriebsleiter Stefan Hußnätter setzt daher auf eine spezielle Bewässerung der Pflanzen. Dafür nutzt er nicht etwa Grundwasser, sondern Oberfiltrat des nahen Flusses Regnitz. Diese Methode entziehe dem Fluss nur Wasser, das ohnehin an den Feldern vorbeifließen würde. Die seichten Brunnen von lediglich acht Metern Tiefe machen eine nachhaltige Bewässerung möglich.
Experten bestätigen Vorgehen
Der Hydrogeologe Johannes Barth vom GeoZentrum Nordbayern sieht die landwirtschaftliche Entnahme an regulierten Flüssen kritisch, aber vertretbar. Bei natürlichen Gewässern wären die Wasserstände bei ähnlicher Entnahme jedoch erheblich gefährdet. Die Anpassung an extreme Wetterlagen bleibt daher eine Gratwanderung zwischen Ertragssicherung und Ressourcenschutz.
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