Klimawandel: Extremregen in Westafrika und neue Niedrigwasser-Transparenz in Deutschland
Wichtige Fakten
- • Durch Klimawandel sind Starkregen in Westafrika fünfmal wahrscheinlicher geworden.
- • Starkregen an Westafrikas Küste war 23% intensiver als vor Industrialisierung.
- • Deutschland startet öffentliches Niedrigwasser-Informationssystem (Niwis).
- • Niwis zeigt Wasserstände, Abflüsse, Grundwasser und Bodenfeuchte bundesweit.
- • Seit 20 Jahren verlor Deutschland 60 Mrd. Kubikmeter Wasser, etwa die Füllmenge des Bodensees.
Extremregen in Westafrika: Klimawandel als Verstärker
Dutzende Tote und tausende Vertriebene: Die Flutkatastrophe Ende Juni an der westafrikanischen Küste wurde laut der World Weather Attribution (WWA) durch den Klimawandel deutlich verstärkt. Demnach sind dreitägige Starkregen in der Region heute fünfmal wahrscheinlicher als vor der Industrialisierung und haben an Intensität um 23 Prozent zugenommen. In Côte d’Ivoire kamen seit Mai 59 Menschen durch Fluten ums Leben, in Ghana 34 und in Togo fünf. Die Wissenschaftler warnen, dass sich ein solches Ereignis nun alle zwei bis vier Jahre wiederholen könnte. Hauptautorin Joyce Kimutai betont die Verantwortung industrialisierter Nationen, die vom Klimawandel besonders betroffenen Länder bei der Anpassung zu unterstützen.
Neues Informationssystem gegen Wasserknappheit in Deutschland
In Deutschland ist am Mittwoch das bundesweite Niedrigwasserinformationssystem (Niwis) gestartet. Es integriert erstmals Daten zu Wasserständen, Abflüssen, Grundwasser, Bodenfeuchte und Niederschlägen aus 380 Oberflächenmessstellen, 230 Grundwassermessstellen sowie Daten von WSV und DWD. Das öffentlich zugängliche System klassifiziert die Niedrigwassersituation in vier Stufen. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) betonte, dass Wasserressourcen zunehmend unter Druck gerieten und Wasserknappheit früher erkannt werden müsse. Eine Studie von Nabu und BCG hatte gezeigt, dass Deutschland in den letzten 20 Jahren rund 60 Milliarden Kubikmeter Wasser verloren hat – etwa das Volumen des Bodensees.
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