Kommerzialisierung von Cannabis treibt Konsum und Psychose-Raten in die Höhe
Wichtige Fakten
- • Kommerzieller Cannabis-Verkauf steigert Nutzerzahlen und Psychose-Raten.
- • Dekriminalisierung zeigt kaum Veränderungen bei Konsum oder psychischen Problemen.
- • Uruguays strikt regulierter Markt führt zu keinen Anstiegen wie in den USA.
- • Studie in The Lancet Psychiatry veröffentlicht.
Studienergebnisse zur Cannabis-Politik
Eine in The Lancet Psychiatry veröffentlichte Studie zeigt, dass die Kommerzialisierung von Cannabis in Ländern wie den USA und Kanada zu einem Anstieg der Nutzerzahlen und einer Zunahme von Psychose-Fällen führt. Die Psychiaterin Tom Freeman von der University of Bath betont, dass gewinnorientierte Industrien Anreize haben, günstige und hochpotente Produkte zu verkaufen, was den Konsum und damit verbundene Gesundheitsprobleme verstärkt.
Dekriminalisierung ohne negative Folgen
Im Gegensatz dazu haben Dekriminalisierungsmaßnahmen in Europa, Afrika, Ozeanien und Asien kaum Veränderungen im Konsumverhalten oder bei psychiatrischen Erkrankungen bewirkt. Auch in Uruguay, das Cannabis legalisierte, aber streng staatlich reguliert, blieben negative Auswirkungen aus. Der Kriminologe Alex Stevens von der University of Sheffield hebt hervor, dass die Ergebnisse für Politikgestalter relevant sind, die alternative Wege suchen, und dass die Befürchtung eines exzessiven Konsums durch Liberalisierung nicht bestätigt wird.
Forderungen nach strenger Regulierung
Sir Robin Murray vom King’s College London betont, dass die Kommerzialisierung der entscheidende Faktor sei. Eine reine Legalisierung ohne kommerzielle Vermarktung sei wünschenswert, aber bisher sei dies in kapitalistischen Ländern wegen des milliardenschweren Cannabis-Industrie nicht gelungen.
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