Kommunalwahlen in Bayern: CSU dominiert, Grüne überraschen, viele Stichwahlen
Wichtige Fakten
- • In München kommt es zur Stichwahl zwischen SPD-Amtsinhaber Dieter Reiter (35,6%) und Grünen-Kandidat Dominik Krause (29,5%).
- • Die CSU bleibt bei Landratswahlen dominant, Freie Wähler sind in Hochburgen stark.
- • Die AfD schnitt schwächer als erwartet ab und erreichte in vielen Kreisen nur zweite Plätze.
- • In mehreren Gemeinden führte handschriftliches Eintragen von Namen zu Stichwahlen trotz Einzelkandidaten.
- • Die Wahlbeteiligung stieg im Vergleich zu 2020, teilweise wegen gutem Wetter und nach Corona.
Ergebnisse und Stichwahlen
Bei den Kommunalwahlen in Bayern am 8. März 2026 haben rund zehn Millionen Wahlberechtigte über 39.300 Mandate abgestimmt. In den vier größten Städten München, Nürnberg, Augsburg und Regensburg kommt es zu Stichwahlen um das Oberbürgermeisteramt, da kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte. In München muss SPD-Amtsinhaber Dieter Reiter (35,6%) gegen den Grünen-Kandidaten Dominik Krause (29,5%) antreten, nachdem Reiter durch Skandale um den FC Bayern und den Gebrauch des N-Worts in die Kritik geriet. In Nürnberg tritt CSU-Amtsinhaber Marcus König (46%) gegen SPD-Herausforderer Nasser Ahmed (26,5%) an.
Parteien und regionale Trends
Die CSU dominiert bei Landratswahlen in vielen Kreisen, während die Freien Wähler in Hochburgen wie Rhön-Grabfeld und Oberallgäu stark abschnitten. Die AfD blieb hinter ihren Erwartungen zurück und erreichte oft nur zweite Plätze, etwa in Augsburg oder Bamberg, ohne in Stichwahlen vorzustoßen. Die Grünen feierten Erfolge in Universitätsstädten, besonders in München, wo Krause historisch in die Stichwahl einzog. Die Wahlbeteiligung stieg im Vergleich zu 2020, was auf gutes Wetter und das Ende der Corona-Pandemie zurückgeführt wird.
Kuriositäten und Besonderheiten
In mehreren Gemeinden führte das bayerische Wahlrecht, das handschriftliches Eintragen von Namen bei Einzelkandidaten erlaubt, zu unerwarteten Ergebnissen. In Glött etwa kommt es zur Stichwahl zwischen dem offiziellen Kandidaten Thomas Heidel (42,9%) und dem nicht mehr antretenden Amtsinhaber Friedrich Käsmeyr, dessen Name von Wählern auf die Stimmzettel geschrieben wurde. Ähnliche Fälle gab es in Chiemsee und Mittelsinn, wo Einzelkandidaten keine Mehrheit erreichten. In Untrasried wurde Markus Wintergerst mit 95,5% zum Bürgermeister gewählt, obwohl sein Name nicht auf dem Stimmzettel stand.
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