Größte Proteste gegen Stromausfälle in Havanna – Hunderte auf der Straße
Wichtige Fakten
- • Regierung: Diesel und Heizöl vollständig aufgebraucht.
- • Größte Proteste seit Beginn der Energiekrise im Januar.
- • UN bezeichnet US-Ölblockade als unrechtmäßig.
- • Kuba verhandelt trotz Blockade über Treibstoffimporte.
- • 1.300 MW Solarleistung installiert, aber nicht nutzbar.
Kraftstoffmangel und Energiekrise
Kuba leidet nach Angaben von Energieminister Vicente de la O Levy unter einem vollständigen Mangel an Diesel und Heizöl. In einem Interview mit Staatsmedien erklärte er, das Energiesystem des Landes befinde sich in einem 'kritischen' Zustand, da die US-geführte Ölblockade die Versorgung drastisch einschränke. Lediglich das Gas aus eigenen Quellen sei noch in begrenzten Mengen verfügbar. Die Blockade der Öllieferungen durch die USA besteht bereits seit Anfang des Jahres. Weder Mexiko noch Venezuela, bislang wichtige Lieferanten, haben seit einer Anordnung von US-Präsident Donald Trump Treibstoff auf die Insel gebracht.
Größte Proteste in Havanna
In der Hauptstadt Havanna haben Hunderte Menschen wegen der schwersten Stromausfälle seit Jahrzehnten demonstriert. Reuters berichtete, es seien die größten Proteste seit Beginn der massiven Energiekrise vor etwa vier Monaten. Die Ausfälle hätten in dieser Woche drastisch zugenommen, viele Stadtteile Havannas sind täglich 20 bis 22 Stunden ohne Strom. Die Versammlungen blieben überwiegend friedlich, doch die Spannungen in der Stadt steigen, da auch Lebensmittel, Treibstoff und Medikamente knapp sind. Krankenhäuser können nicht normal arbeiten, Schulen und Ämter mussten schließen, und der Tourismus leidet massiv.
Hilfsangebote und Blockade
Die USA erneuerten ein Hilfsangebot in Höhe von 100 Millionen Dollar, das jedoch an 'bedeutende Reformen des kommunistischen Systems' geknüpft ist. Kuba wies dies als 'illegal und missbräuchlich' zurück. Präsident Miguel Diaz-Canel machte die USA für die Energiekrise verantwortlich und bezeichnete die Blockade als 'völkermörderisch'. Die Vereinten Nationen erklärten die US-Treibstoffblockade als unrechtmäßig. Kuba verhandelt trotz der Blockade weiterhin über Treibstoffimporte, erschwert durch steigende Ölpreise infolge des Iran-Kriegs. Das Netz wird derzeit mit heimischem Rohöl, Erdgas und erneuerbaren Energien betrieben, doch trotz installierter Solaranlagen mit 1.300 Megawatt Leistung kann ein großer Teil wegen Netzinstabilität nicht genutzt werden.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.