Lettland verstärkt Grenze zu Belarus gegen hybride Migration
Wichtige Fakten
- • Fast 9.000 versuchte Grenzübertritte in sieben Monaten registriert.
- • Zäune, Stacheldraht und Kameras wurden errichtet.
- • Migranten nutzen Werkzeug und bauen Leitern oder Tunnel.
- • 95 Prozent der Übertritte werden laut Grenzschutz vereitelt.
- • Tunnelgrabungen nehmen zu.
Massive Grenzverstärkung in Lettland
Lettland hat seine Ostgrenze zu Belarus massiv ausgebaut, um Migrationsdruck und hybride Kriegsführung zu begegnen. Ein hoher Zaun mit Stacheldraht und Kameras erstreckt sich durch den Wald. Grenzschützer wie Rolands Mukans patrouillieren täglich und entdecken durchtrennte Metallstangen und provisorische Leitern aus Ästen, die Migranten nutzen, um illegal nach Lettland zu gelangen.
Neue Taktiken der Migranten und Zahlen
Trotz der massiven Befestigungen versuchen viele Migranten, die Grenze zu überwinden. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres registrierte die lettische Grenzschutzbehörde knapp 9.000 versuchte Grenzübertritte. Die Quote der vereitelten Übertritte liegt laut Mukans bei etwa 95 Prozent. Als neue Herausforderung erweisen sich Tunnelgräber, die in zunehmendem Maße unter dem Zaun bauen.
Hybride Kriegsführung und regionale Auswirkungen
Die lettischen Behörden gehen davon aus, dass Belarus Migranten gezielt anlockt und über die Grenze schickt, um Europa unter Druck zu setzen. Nika Aleksejeva vom NATO-Kompetenzzentrum für strategische Kommunikation spricht von hybridem Krieg gegen den Westen, um die Untauglichkeit der baltischen Staaten zu zeigen. Die Grenzregion Robeznieki, einst Urlaubsgebiet, hat sich durch die Abschottung verändert. Der kleine Ort profitiert allerdings von zusätzlichen Arbeitsplätzen, viele anfängliche Billigkräfte entscheiden sich zu bleiben, was der wirtschaftlich schwachen Region neue Impulse gibt.
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