Macron sucht neue Partner in Afrika: Gipfel in Nairobi
Wichtige Fakten
- • Macron will französische Afrika-Politik von West- nach Ostafrika verlagern.
- • Gipfel in Nairobi mit Gastgebern Ruto und Macron.
- • Frankreich Konkurrenz zu China und Russland in Afrika.
- • Deutsche Unternehmen in Afrika oft weniger sichtbar als französische.
- • Kenia hofft auf Investitionen und internationale Unterstützung.
Neue Afrika-Strategie
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron setzt bei seiner Afrika-Politik auf einen neuen Kurs: Der zweitägige Gipfel 'Africa forward', der am Dienstag in der kenianischen Hauptstadt Nairobi begann, soll wegweisend sein. Gemeinsam mit dem kenianischen Präsidenten William Ruto versammelt er zahlreiche afrikanische Staats- und Regierungschefs sowie rund 5.000 Delegierte. Im Mittelpunkt stehen Investitionen in Bereiche wie Wirtschaft, Sicherheit, Klimaschutz und Digitalisierung. Es ist das erste Mal, dass ein solcher Gipfel in einem überwiegend englischsprachigen Land stattfindet; Kenia war einst britische Kolonie.
Ziel: Einfluss Chinas und Russlands zurückdrängen
Hintergrund des Gipfels ist, dass Frankreich nicht länger zusehen will, wie China und Russland - aber auch Investoren aus dem Golf – zunehmend an Einfluss in Afrika gewinnen. Während Frankreich in der Sahelzone viel Prestige verloren hat, setzt Macron nun auf wirtschaftlich starke und politisch vergleichsweise stabile Länder wie Kenia, Nigeria und Südafrika. Ein Vorteil: In den anglophonen Ländern hat Frankreich keine belastende koloniale Vergangenheit. Deutschlands Engagement in Afrika gilt dagegen als weniger sichtbar; Bundeskanzler Friedrich Merz reiste im Jahr 2025 und auch im April 2026 mehrmals auf den Kontinent, wird von afrikanischen Wirtschaftsexperten jedoch häufig für mangelnde Präsenz deutscher Unternehmen kritisiert.
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