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Politik 09.05.2026, 05:00 Aktualisiert: 09.05.2026, 06:02

Frankreichs Präsidentschaftswahl 2027: Rekordzahl an Kandidaten gegen den Rechtsruck

Über 30 Kandidaten haben Interesse an der Präsidentschaftswahl 2027 bekundet.

Wichtige Fakten

  • Über 30 Kandidaten haben Interesse an der Präsidentschaftswahl 2027 bekundet.
  • Marine Le Pen und Jordan Bardella führen die Umfragen mit großer Unterstützung an.
  • Linke streben Einheitskandidatur an, key figures wie Mélenchon lehnen sich aber an.
  • 74% der Wähler wünschen radikale oder tiefgreifende Veränderungen in Frankreich.
  • Le Pens Urteil wegen EU-Mittelveruntreuung könnte sie von der Kandidatur ausschließen.

Zur Präsidentschaftswahl 2027, bei der Emmanuel Macron verfassungsbedingt nicht erneut antreten kann, zeichnet sich ein noch nie dagewesenes Kandidatenfeld ab. Rund 30 Persönlichkeiten aus dem gesamten politischen Spektrum haben ihr Interesse bekundet oder treten offiziell an – fast alle mit dem Ziel, der rechtsextremen Partei National Rally (RN) unter Marine Le Pen oder ihrem Nachfolger Jordan Bardella Einhalt zu gebieten. Damit ist die Wahl so offen wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Während sich die linken Parteien bemühen, einen gemeinsamen Kandidaten in einer Vorwahl ab Oktober zu küren – inspiriert von der Volksfront von 2021 – gibt es bereits zentrale, separate Kandidaturen: Jean-Luc Mélenchon von La France Insoumise (LFI) will zum vierten Mal antreten, Ex-Präsident François Hollande ein Comeback wagen, und auch andere wie Raphaël Glucksmann oder Édouard Philippe bringen sich in Stellung. Die politische Debatte kreist weniger um politische Inhalte als um Taktik und Führungsqualität. Viele Wähler wünschen laut Umfragen des Instituts Ipsos fundamentale Veränderungen im Land – sein größte Sorgen sind Gesundheitssystem, Lebenshaltungskosten und soziale Absicherung –, doch das diese in den gegenwärtigen Diskussionen kaum berücksichtigt werden. Insider warnen, wenn der Urnengang nur zu einer Abstimmung über die Ablehnung des RN werde, blieben substanzielle politische Fragen unbeantwortet – das Vertrauen in die Politik würde weiter schwinden. Die endgültigen Bewerber und Fristen werden in den kommenden Monaten klar, wobei die Sammlung von 500 Unterstützerunterschriften aus gewählten Amtsträgern bereits eine Hürde darstellt.

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