Londoner Polizei nimmt über 200 Personen bei Palästina-Action-Protest fest
Wichtige Fakten
- • Über 200 Personen bei Protest gegen Palästina-Action-Verbot festgenommen
- • Metropolitan Police setzt Terrorismusgesetz trotz Gerichtsurteil weiter durch
- • Demonstranten forderten Recht auf freie Meinungsäußerung und Protest
- • Gericht erklärte Gruppen-Verbot im Februar als unverhältnismäßig und unrechtmäßig
- • Seit Verbot 2025 wurden über 2.200 Personen wegen Unterstützung der Gruppe festgenommen
Massive Festnahmen bei Protest in London
Die Londoner Metropolitan Police hat bei einer Demonstration gegen das Verbot der Gruppe Palästina Action am Trafalgar Square über 200 Personen festgenommen. Die Protestveranstaltung mit dem Namen "Everyone Day" wurde von der Organisation Defend Our Juries organisiert und war die erste große Demonstration, seitdem das Oberste Gericht im Februar das Verbot der Gruppe als "unverhältnismäßig und unrechtmäßig" erklärt hatte. Trotz dieses Gerichtsurteils setzte die Polizei das Terrorismusgesetz durch und nahm Demonstranten fest, die ihre Unterstützung für die Gruppe zeigten.
Rechtliche Widersprüche und Polizeivorgehen
Das Verbot von Palästina Action war im Juli 2025 unter Anti-Terror-Gesetzen eingeführt worden, wurde aber vom High Court im Februar für ungültig erklärt. Allerdings blieb das Verbot in Kraft, nachdem Innenministerin Shabana Mahmood Berufung einlegen durfte. Die Metropolitan Police hatte zunächst angekündigt, nach dem Gerichtsurteil keine Festnahmen mehr vorzunehmen, revidierte diese Position jedoch im März und kündigte an, weiterhin gegen Unterstützer der Gruppe vorzugehen. Bis zum Nachmittag des Protesttages wurden 212 Personen im Alter von 27 bis 82 Jahren festgenommen.
Demonstranten und ihre Motivation
Hunderte Menschen versammelten sich mit Schildern, auf denen "Ich lehne Völkermord ab. Ich unterstütze Palästina Action" stand. Unter den Demonstranten waren ältere Personen, Menschen mit Behinderungen und bekannte Persönlichkeiten wie der Massive Attack-Musiker Robert Del Naja. Die Teilnehmer kritisierten die zunehmende Einschränkung von Versammlungsfreiheit in Großbritannien und betonten ihr Recht auf freie Meinungsäußerung. Seit dem Verbot der Gruppe im Sommer 2025 wurden bereits über 2.200 Personen wegen angeblicher Unterstützung von Palästina Action festgenommen.
Ausblick auf rechtliche Entwicklung
Die Berufung der Innenministerin gegen das Gerichtsurteil wird am 28. und 29. April verhandelt. In der Zwischenzeit bleiben die Prozesse gegen Hunderte von Personen, die wegen Unterstützung von Palästina Action angeklagt sind, ausgesetzt. Die Organisatoren der Demonstration kritisieren die Festnahmen als unrechtmäßig, da das Verbot der Gruppe durch das Gericht für ungültig erklärt wurde. Die Polizei begründet ihr Vorgehen mit der vorläufigen Aufrechterhaltung des Verbots während des Berufungsverfahrens.
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