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International 24.05.2026, 03:28 Aktualisiert: 24.05.2026, 18:01

Schwerer russischer Angriff auf Kiew: ARD-Studio zerstört, Oreschnik-Rakete erneut eingesetzt

90 Raketen und 600 Drohnen beim Angriff auf Kiew eingesetzt.

Wichtige Fakten

  • 90 Raketen und 600 Drohnen beim Angriff auf Kiew eingesetzt.
  • Vier Tote und 83 Verletzte in Kiew und Umgebung.
  • ARD-Studio in Kiew durch Druckwelle teilweise zerstört.
  • Oreschnik-Hyperschallrakete erstmals nahe Kiew abgefeuert.
  • Putin sieht Angriff als Vergeltung für ukrainischen Drohnenangriff.

Massiver russischer Angriff auf Kiew

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht zum 24. Mai 2026 mit einer massiven Welle von Drohnen und Raketen angegriffen. Nach ukrainischen Angaben wurden 90 Raketen und 600 Drohnen eingesetzt, von denen die Luftabwehr 55 Raketen und 549 Drohnen abfangen konnte. Dennoch gab es Dutzende Einschläge, die mindestens vier Tote und 83 Verletzte forderten. Betroffen waren vor allem Wohngebiete, ein Markt, eine Schule sowie ein Wasserversorgungsunternehmen. Auch das Tschernobyl-Museum wurde zerstört. Präsident Selenskyj besuchte am Folgetag die beschädigten Orte.

ARD-Studio schwer beschädigt

Bei dem Angriff wurde auch das ARD-Studio in Kiew massiv beschädigt: Eingestürzte Wände, geborstene Fenster – wahrscheinlich durch eine Druckwelle. Verletzt wurde niemand, da keine Mitarbeiter im Studio waren. Studioleiter Vassili Golod sprach von einem „Schock“, betonte aber, dass die Berichterstattung mit mobilen Lösungen fortgesetzt werde. Auch die Deutsche Welle meldete Schäden. Politiker wie Außenminister Wadephul und der Deutsche Journalisten-Verband verurteilten die Zerstörung als Angriff auf die Pressefreiheit.

Oreschnik-Rakete: Signal an Europa

Zum ersten Mal seit Kriegsbeginn setzte Russland die neuartige Oreschnik-Rakete nahe Kiew ein, abgefeuert auf die Stadt Bila Zerkwa. Präsident Selenskyj forderte internationale Konsequenzen und betonte, der Einsatz der Oreschnik-Rakete sei unverantwortlich. Militärexperte Nico Lange wertete den Angriff als klares Kriegsverbrechen und als Einschüchterungsversuch gegenüber Europa. Er forderte scharfe Reaktionen, darunter die Lieferung der Taurus-Marschflugkörper. Putin selbst begründete den Angriff als Vergeltung für einen ukrainischen Drohnenangriff auf Starobilsk.

Internationale Reaktionen

Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete die Angriffe als rücksichtslose Eskalation, Außenminister Wadephul sprach von Raketenterror. Auch EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und Frankreichs Präsident Macron verurteilten die Attacken scharf. Die britische Außenministerin Yvette Cooper versprach, den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten. Die polnische Luftwaffe war als Vorsichtsmaßnahme im Einsatz.

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