Massiver russischer Angriff auf Kiew: Oreschnik-Rakete erstmals nahe Hauptstadt eingesetzt
Wichtige Fakten
- • Russland griff Kiew mit 90 Raketen und 600 Drohnen an.
- • Mindestens vier Tote und etwa 100 Verletzte in Kiew.
- • ARD-Studio durch Druckwelle teilweise zerstört.
- • Oreschnik-Rakete erstmals nahe Kiew abgefeuert.
- • Internationale Verurteilung: Einsatz als Eskalation und Saber-Rattling.
Massiver russischer Angriff auf Kiew
Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht zum 24. Mai 2026 mit einer massiven Welle von Drohnen und Raketen angegriffen. Nach ukrainischen Angaben wurden 90 Raketen und 600 Drohnen eingesetzt, von denen die Luftabwehr 55 Raketen und 549 Drohnen abfangen konnte. Dennoch gab es Dutzende Einschläge, die mindestens vier Tote und etwa 100 Verletzte forderten. Betroffen waren vor allem Wohngebiete, ein Markt, eine Schule, eine Wasserversorgungsanlage sowie das Tschernobyl-Museum. Präsident Selenskyj besuchte die beschädigten Orte und forderte Konsequenzen.
ARD-Studio schwer beschädigt
Bei dem Angriff wurde auch das ARD-Studio in Kiew massiv beschädigt: Wahrscheinlich durch eine Druckwelle stürzten Wände ein und Fenster barsten. Verletzt wurde niemand, da keine Mitarbeiter im Studio waren. Studioleiter Vassili Golod sprach von einem "Schock", betonte aber, dass die Berichterstattung mit mobilen Lösungen fortgesetzt wird. Auch die Deutsche Welle und das ukrainische Außenministerium erlitten Schäden. Politiker wie Außenminister Wadephul und der Deutsche Journalisten-Verband verurteilten die Zerstörung als Angriff auf die Pressefreiheit.
Oreschnik-Rakete: Erstmals nahe Kiew
Zum ersten Mal seit Kriegsbeginn setzte Russland die neuartige Oreschnik-Rakete nahe Kiew ein, abgefeuert auf die Stadt Bila Zerkwa. Es ist der dritte Einsatz dieser Mittelstreckenrakete im Ukraine-Krieg; zuvor traf es Dnipro (November 2024) und die Westukraine (Januar). Die Rakete erreicht Überschallgeschwindigkeit und kann nukleare oder konventionelle Sprengköpfe tragen. Präsident Selenskyj forderte internationale Konsequenzen und sagte: "Es ist wichtig, dass dies nicht ohne Folgen bleibt." Russland bestätigte den Einsatz und begründet ihn als Vergeltung für einen ukrainischen Angriff auf Starobilsk.
Internationale Reaktionen
Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul verurteilten die Angriffe scharf. Merz bezeichnete den Einsatz der Oreschnik als rücksichtslose Eskalation. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nannte den Einsatz leichtsinniges nukleares Säbelrasseln. Frankreichs Präsident Macron sah darin eine Sackgasse des russischen Angriffskrieges. Die Britin Yvette Cooper versprach, den Druck auf Russland zu erhöhen. Kanada zeigte sich solidarisch. Das UN-Sicherheitsrat traf sich auf russischen Antrag. Die polnische Luftwaffe war vorsorglich im Einsatz.
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