Melania Trump leitet historische UN-Sicherheitsratssitzung trotz angespannter Beziehungen
Wichtige Fakten
- • Melania Trump leitet als erste First Lady eine UN-Sicherheitsratssitzung.
- • Thema der Sitzung ist bessere Bildung für Kinder in Konfliktregionen.
- • Die USA schulden den UN knapp 4 Milliarden Dollar an Beiträgen.
- • Die Trump-Regierung hat zuletzt 160 Millionen Dollar an die UN überwiesen.
- • Die Sitzung fand kurz nach US-Israel-Luftschlägen gegen den Iran statt.
Historische Premiere im Sicherheitsrat
Melania Trump hat als erste First Lady in der Geschichte eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats geleitet. Die USA hatten im März den rotierenden Vorsitz inne und bestimmten damit auch die Besetzung der Sitzungsleitung. Damit schreibt ausgerechnet die Ehefrau von Donald Trump Geschichte bei den Vereinten Nationen, obwohl ihr Ehemann die Organisation wiederholt kritisiert und die USA der UN knapp 4 Milliarden Dollar schulden - davon 2,2 Milliarden an Pflichtbeiträgen und etwa 1,8 Milliarden für Friedensmissionen.
Thema und Ablauf der Sitzung
Thema der Sitzung war "Kinder, Technologie und Bildung in Konflikten", wozu Melania Trump bereits vergangenen September eine Initiative gestartet hatte. In ihrer Rede betonte sie: "Die USA stehen an der Seite aller Kinder auf der Welt" und forderte, Bildung als Fundament der Konfliktprävention zu stärken. Als Vorsitzende hatte sie allerdings keine direkte Gestaltungsmacht, sondern trat vor allem in moderierender Funktion auf - sie eröffnete die Sitzung, erteilte das Wort und verabschiedete die Agenda.
Politisches Umfeld und Spannungen
Die Sitzung fand vor dem Hintergrund erheblicher Spannungen zwischen den USA und den UN statt. Die Trump-Regierung hat die Mitgliedschaft in wichtigen UN-Organisationen wie der WHO beendet und im Januar mit dem "Board of Peace" eine Art Konkurrenzorganisation gegründet. Besonders brisant: Die Sitzung erfolgte kurz nach US-Israel-Luftschlägen gegen den Iran, bei denen nach iranischen Angaben eine Mädchenschule getroffen wurde. Der iranische UN-Botschafter nannte das Treffen daher "zutiefst beschämend und heuchlerisch".
Finanzielle Signale und diplomatische Hoffnungen
Im Februar überwies die US-Regierung erstmals seit Trumps Amtsübernahme 160 Millionen Dollar an den UN-Haushalt, was den hohen Rückstand zwar nur minimal reduziert, aber im UN-Hauptquartier dennoch als beruhigendes Signal gewertet wird. Ein UN-Sprecher bezeichnete Melania Trumps Auftritt als Zeichen für "die Bedeutung, die die USA dem Sicherheitsrat und dem Thema beimessen". Trotz der symbolischen Annäherung bleibt die grundsätzliche Distanz der Trump-Regierung zu den Vereinten Nationen jedoch bestehen.
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