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International 23.02.2026, 06:14 Aktualisiert: 23.02.2026, 18:03

Mexikos Drogenboss El Mencho getötet – Gewaltwelle erschüttert das Land

Nemesio Oseguera Cervantes (El Mencho) bei Militäreinsatz in Jalisco getötet; sechs seiner Leibwächter starben, drei Soldaten wurden verletzt

Wichtige Fakten

  • Nemesio Oseguera Cervantes (El Mencho) bei Militäreinsatz in Jalisco getötet; sechs seiner Leibwächter starben, drei Soldaten wurden verletzt
  • Mindestens 74 Tote, darunter 25 Nationalgardisten, bei Ausschreitungen in bis zu 20 Bundesstaaten gemeldet
  • Kartell CJNG reagierte mit Straßenblockaden und brennenden Fahrzeugen, auch in Ferienorten wie Puerto Vallarta
  • USA hatten Kopfgeld von 15 Millionen Dollar auf El Mencho ausgesetzt; er war Mexikos meistgesuchter Verbrecher
  • Sicherheitsbedenken vor Fußball-WM wachsen, da Guadalajara Austragungsort ist und Gewalt eskalierte

Militäreinsatz beendet Ära des Drogenbosses

Der mächtige mexikanische Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als "El Mencho", ist bei einem Militäreinsatz im Bundesstaat Jalisco getötet worden. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums erlag er seinen Verletzungen während des Transports nach Mexiko-Stadt. Bei der Operation einer Sondereinheit in Tapalpa starben sechs seiner Leibwächter, zwei wurden festgenommen und drei Soldaten verletzt. Die USA hatten mit Informationen zur Festnahme beigetragen und ein Kopfgeld von 15 Millionen Dollar auf El Mencho ausgesetzt.

Gewaltwelle erschüttert das Land

Als Reaktion auf den Militäreinsatz löste das von El Mencho geführte Kartell "Jalisco Nueva Generación" (CJNG) eine schwere Gewaltwelle aus. In bis zu 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten, darunter Jalisco, Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato, blockierten Kartellmitglieder Straßen mit brennenden Fahrzeugen und steckten Geschäfte in Brand. Nach Angaben von Sicherheitsminister Omar García Harfuch gab es mindestens 74 Tote, darunter 25 Beamte der Nationalgarde. Auch Ferienorte wie Puerto Vallarta waren betroffen, wo Touristen und Einheimische von brennenden Autos und plötzlichen Ausgangssperren berichteten.

Sicherheitsmaßnahmen und internationale Reaktionen

Die mexikanische Regierung mobilisierte 2.500 Soldaten, um die Kontrolle wiederherzustellen, und Präsidentin Claudia Sheinbaum rief zur Ruhe auf. Die US-Botschaft warnte US-Bürger in den betroffenen Regionen, nordamerikanische Airlines strichen Flüge nach Mexiko, und das deutsche Auswärtige Amt mahnte zur Vorsicht. Die Gewalt führte zur Schließung von Schulen und zur Absage von Fußballspielen, wobei Sicherheitsbedenken vor der im Juni beginnenden Fußball-WM wachsen, da Guadalajara als Austragungsort betroffen ist.

Gefahr blutiger Nachfolgekämpfe und Ausblick

El Mencho, der seit 2011 das CJNG-Kartell führte, galt als einer der brutalsten Drogenbosse Mexikos und war für zehntausende Morde verantwortlich. Experten befürchten nun ähnliche blutige Nachfolgekämpfe wie beim Sinaloa-Kartell nach der Auslieferung von "El Chapo" Guzmán, die zu weiterer Instabilität führen könnten. US-Präsident Donald Trump erhöhte den Druck auf Mexiko, die Anstrengungen im Kampf gegen die Kartelle zu verstärken, während die FIFA bisher keine Änderungen an den WM-Plänen angekündigt hat.

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