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International 01.05.2026, 06:12 Aktualisiert: 01.05.2026, 08:01

US-Abschiebungen: Gestrandete Migranten in Mexiko ohne Perspektive

Rolando, Chirino und Luis wurden trotz Jahrzehnten in die USA abgeschoben.

Wichtige Fakten

  • Rolando, Chirino und Luis wurden trotz Jahrzehnten in die USA abgeschoben.
  • Sie sitzen nun in Tapachula, Mexiko, ohne Papiere und Arbeit.
  • Mexiko nimmt monatlich bis zu 30.000 aus den USA deportierte Migranten auf.
  • Menschenrechtsanwälte kämpfen mit Verfassungsbeschwerden gegen die Inhaftierung.
  • Eine Karawane von rund 1000 Migranten brach aus Tapachula Richtung Norden auf.

Schicksale der Abgeschobenen

Rolando, Chirino und Luis aus Kuba sitzen in Tapachula, Mexiko fest. Sie haben jahrzehntelang in den USA gearbeitet und Familien aufgebaut, wurden jedoch aufgrund geringfügiger Vergehen – wie Kiffen vor 30 Jahren, Verkehrsdelikte oder Rauschgiftverurteilungen – von der US-Einwanderungsbehörde ICE verhaftet und nach Mexiko abgeschoben. Ohne ihre Papiere, die ihnen abgenommen wurden, können sie Tapachula nicht verlassen. Sie arbeiten illegal für etwa zehn Euro pro Tag und haben keine medizinische Versorgung. Laut den Betroffenen entsprechen die Zustände einem „Gefängnis“.

Zahlen und Menschenschicksale

Offizielle Zahlen gibt es nicht, doch Menschenrechtsexperten schätzen, dass über 30.000 Migranten in Tapachula ausharren, neben 400.000 Einwohnern. In Anwaltskanzleien werden Verfassungsbeschwerden gegen die Inhaftierung und drohende Abschiebung in Drittstaaten wie Guatemala eingereicht. Die Stadt Tapachula, einst Transitpunkt für Mittelamerikaner, ist nun Endstation: Die Migranten können die Stadt nicht verlassen, sonst droht ihnen die Abschiebung nach Guatemala.

Lackmustest Menschenschicksale

Anwalt Luis García Villagran kritisiert die ausweglose Lage: „Die Mauer von Trump ist in Tapachula.” Die Migranten brauchen dringend humanitäre Visa und Programme für Arbeit, Wohnraum und Betreuung. Ohne diese drohe ein dauerhafter Stillstand. Weil die Regierung nicht endet, brechen immer mehr Migranten in Karawanen Richtung Norden auf, in der Hoffnung auf eine bessere Perspektive.

Auf dem Weg in die USA stranden viele Frauen in Mexiko – ein ungelöstes Problem in der Region.

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