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International 16.02.2026, 13:00 Aktualisiert: 16.02.2026, 18:11

Mexikos Verschwinden-Krise: Über 130.000 Vermisste und eine machtlos wirkende Regierung

Mehr als 130.000 Menschen gelten in Mexiko als vermisst oder verschwunden.

Wichtige Fakten

  • Mehr als 130.000 Menschen gelten in Mexiko als vermisst oder verschwunden.
  • In den letzten 10 Jahren stieg die Zahl der Verschwinden um über 200%.
  • Kriminelle Gruppen machen Leichen durch Vergraben oder Auflösen unsichtbar.
  • Die Regierung reduzierte die offizielle Zahl auf 12.377, was Aktivisten kritisieren.
  • Über 96% der Verbrechen in Mexiko bleiben laut UN unaufgeklärt.

Das Ausmaß der Krise

In Mexiko gelten mehr als 130.000 Menschen als vermisst oder verschwunden, eine Zahl, die in den letzten zehn Jahren um über 200% gestiegen ist. Diese Krise betrifft zehntausende Familien im ganzen Land und hat ihre Wurzeln im Aufstieg der Drogenkartelle seit den frühen 2000er Jahren. Ein Bericht der Analysefirma México Evalúa zeigt, dass das Problem auf nationaler Ebene "unkontrollierbar" geworden ist, wie Sicherheitsanalyst Armando Vargas erklärt.

Methoden der Kartelle und staatliches Versagen

Kriminelle Gruppen machen Leichen durch Vergraben in anonymen Gräbern, Verbrennen oder Auflösen in Säure unsichtbar, um Gewalt zu verschleiern und Strafverfolgung zu vermeiden. Gleichzeitig hat die mexikanische Regierung mit der 2018 gegründeten Nationalen Suchkommission und einer öffentlichen Plattform versucht, der Krise zu begegnen, doch die Kommission war unterfinanziert. Vor den Wahlen 2024 reduzierte die Regierung unter Präsident Andrés Manuel López Obrador die offizielle Zahl der Verschwundenen auf nur 12.377, was bei Aktivisten und Menschenrechtsexperten auf scharfe Kritik stieß.

Folgen für die Betroffenen

Angesichts der ineffektiven staatlichen Ermittlungen – über 96% der Verbrechen bleiben laut UN unaufgeklärt – sind viele Angehörige wie Patricia García, deren Sohn Ángel Montenegro 2022 verschwand, gezwungen, selbst nach ihren Vermissten zu suchen. García schloss sich einer Gruppe von Frauen an, die wöchentlich mit Metallstäben nach vergrabenen Leichen sucht, doch trotz grausamer Funde hat sie ihren Sohn nicht gefunden. Die Suche zerbricht Familien und hinterlässt tiefe Narben, wie García beschreibt: "Man bleibt in zerbrochenen Stücken zurück."

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