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Wissen 08.08.2026, 10:10 Aktualisiert: 08.08.2026, 15:03

Münchner Studie entschlüsselt Bauernhofeffekt: So schützen Kuhbakterien vor Allergien

Kuhbakterien produzieren Stoffwechselprodukte, die Allergien vorbeugen.

Wichtige Fakten

  • Kuhbakterien produzieren Stoffwechselprodukte, die Allergien vorbeugen.
  • Zwei Bakterien erklären zwei Drittel des Schutzes bei allergischem Asthma.
  • Der Schutz gilt auch gegen Heuschnupfen und Neurodermitis.
  • Die Bakterien wirken über Rezeptoren in den Atemwegszellen des Menschen.
  • Langfristig sollen Medikamente das Immunsystem trainieren.

Bauernhofeffekt entschlüsselt

Kinder auf Bauernhöfen leiden seltener an Allergien wie Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis. Ein Forschungsteam aus München hat nun erstmals die vollständige Wirkungskette dieses sogenannten Bauernhofeffekts aufgeklärt: Bestimmte Bakterien aus dem Kuhdarm produzieren Stoffwechselprodukte, die in die Stallluft gelangen. Wenn Kinder diese einatmen, werden Rezeptoren in den Atemwegszellen aktiviert, die überschießende Entzündungsreaktionen verhindern.

Zwei Bakterien ausschlaggebend

Die Forschenden um Markus Ege von der LMU und Helmholtz München identifizierten zwei grampositive Bakterien, die offenbar für einen Großteil des Schutzeffekts verantwortlich sind. Für etwa zwei Drittel des Schutzes bei allergischem Asthma sorgen sie, bei Heuschnupfen und Neurodermitis für rund die Hälfte. Die familiäre Veranlagung spielt ebenso eine Rolle.

Neue Analyseverfahren

Mithilfe der Metagenomik konnte das gesamte Mikrobiom in Staub- und Darmproben analysiert werden. Die Wissenschaftler betonen, dass nicht die Spezies, sondern die Stoffwechselprodukte entscheidend sind. Überraschend war, dass die gefundenen Bakterien keine typischen Endotoxine aufweisen – die sind sonst ein Marker für die Immunantwort.

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