Bundesregierung plant Rückholaktion für gestrandete Deutsche in Golfregion
Wichtige Fakten
- • Etwa 30.000 deutsche Reisende sind von der Eskalation im Nahen Osten betroffen und sitzen fest.
- • Die Bundesregierung bereitet Charterflüge nach Saudi-Arabien und Oman vor, um vorrangig Kinder und Kranke auszufliegen.
- • Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi und Doha sind weiterhin stark eingeschränkt oder geschlossen, aber Sonderflüge werden aufgenommen.
- • Reisende haben Rechte auf Ersatzflüge und Unterstützung, abhängig von ihrer Buchungsart und Fluggesellschaft.
- • Die Reisebranche steht vor hohen Kosten und organisatorischen Herausforderungen durch die Krise.
Reisende in Golfstaaten weiterhin festsitzend
Die Eskalation im Nahen Osten hat zu massiven Störungen im Luftverkehr geführt, wobei etwa 30.000 deutsche Reisende in Golfstaaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar festsitzen. Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi und Doha sind nach iranischen Angriffen geschlossen oder stark eingeschränkt, was reguläre Ausreisen unmöglich macht. Außenminister Johann Wadephul äußerte zunächst wenig Hoffnung auf schnelle Hilfe und verwies auf die Eigenverantwortung der Reisenden, während Grünen-Politiker Omid Nouripour Evakuierungen auf dem Landweg forderte. Inzwischen hat die Bundesregierung jedoch die Vorbereitung von Rückholflügen angekündigt, um vor allem vulnerable Personen wie Kinder und Kranke zu evakuieren. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben bereits rund 20.200 Passagiere betreut und übernehmen Unterbringungs- und Verpflegungskosten für Gestrandete.
Bundesregierung startet Rückholaktion
Die Bundesregierung bereitet nun die Entsendung von Charter-Maschinen in den Nahen Osten vor, um gestrandete deutsche Touristen nach Hause zu holen. Die Flugzeuge sollen nach Maskat im Oman und in die saudi-arabische Hauptstadt Riad geschickt werden, wo die Lufträume noch geöffnet sind. Außenminister Wadephul betonte, dass Sicherheit dabei vorangehe und man mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr gesprochen habe, wobei die Airline grundsätzlich Kapazitäten bereitstelle. Vor allem vulnerable Personen wie Kinder, Kranke oder Schwangere sollen bei der Rückholung vorrangig berücksichtigt werden. Parallel dazu nehmen Fluggesellschaften wie Emirates und Etihad begrenzte Sonderflüge wieder auf, um Reisende zurückzuführen.
Rechte der Reisenden und wirtschaftliche Auswirkungen
Reisende haben je nach Buchungsart unterschiedliche Rechte: Bei Reiseveranstaltern oder europäischen Fluggesellschaften bestehen Ansprüche auf Ersatzflüge, Unterkunft und Verpflegung, während Passagiere nicht-europäischer Airlines oft auf eigene Kosten angewiesen sind. Betroffen sind auch Kreuzfahrtschiffe wie "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" von TUI Cruises, die in der Region festsitzen, wobei der Reiseveranstalter für Fürsorge und Rückreise verantwortlich ist. Wirtschaftlich belastet die Krise die Reisebranche stark, mit hohen Kosten für abgesagte Reisen und Unterbringungen, was zu Aktienverlusten bei Unternehmen wie Lufthansa und TUI führte. Trotz der Unsicherheit bleibt die Reiselust der Deutschen hoch, mit Buchungen für andere Ziele wie Europa weiterhin stabil.
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