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International 11.04.2026, 14:00 Aktualisiert: 11.04.2026, 15:15

NATO unter Druck: Trumps Drohungen erschüttern das transatlantische Bündnis

Donald Trump droht mit einem Ausstieg der USA aus der NATO und kritisiert die Bündnispartner scharf.

Wichtige Fakten

  • Donald Trump droht mit einem Ausstieg der USA aus der NATO und kritisiert die Bündnispartner scharf.
  • NATO-Generalsekretär Mark Rutte reiste nach Washington, um Trump zu besänftigen – das Treffen verlief schlecht.
  • Die USA und Europa sind militärisch aufeinander angewiesen, insbesondere angesichts der Bedrohung durch Russland.
  • Trump fordert von Dänemark die Abtretung Grönlands und wirft der NATO Untätigkeit in der Iran-Krise vor.
  • 80.000 US-Soldaten in Europa machen einen NATO-Ausstieg unwahrscheinlich, doch das Vertrauen ist nachhaltig beschädigt.

Zuspitzung der Krise

Die Drohungen von Donald Trump, die USA könnten aus der NATO austreten, haben das transatlantische Bündnis in eine tiefe Vertrauenskrise gestürzt. NATO-Generalsekretär Mark Rutte reiste eilig nach Washington, um den US-Präsidenten zu besänftigen, doch das Treffen im Weißen Haus verlief nach Berichten eines europäischen Offiziellen "scheiße" und bestand hauptsächlich aus einer "Tirade von Beleidigungen". Trump wirft den europäischen Partnern vor, sich nicht angemessen an der Verteidigung zu beteiligen und die USA im Konflikt mit Iran im Stich gelassen zu haben.

Historische Belastungsprobe

Obwohl ein formeller Austritt der USA aus der 77-jährigen Allianz als unwahrscheinlich gilt – unter anderem wegen der 80.000 US-Soldaten in Europa –, haben Trumps rhetorische Attacken das Fundament der NATO erschüttert. Der Präsident forderte öffentlich, dass Dänemark Grönland an die USA abtritt, und beschimpfte die NATO als "Papiertiger". Analysten warnen, dass solche Äußerungen das Vertrauen in die gegenseitige Beistandszusage untergraben, auf der die Abschreckungswirkung des Bündnisses beruht.

Europäisches Dilemma

Die europäischen Partner stehen vor einem Dilemma: Einerseits sind sie auf die militärische Unterstützung der USA angewiesen, besonders angesichts der Bedrohung durch Russland. Andererseits riskieren scharfe Kritiken an Trump, dass dieser sich weiter von der NATO abwendet. NATO-Expertin Kristine Berzina warnt davor, dass westliche europäische Länder, die sich lautstark gegen Trump stellen, die Spaltung vertiefen könnten, während osteuropäische Mitglieder die Konsequenzen einer geschwächten Allianz direkt zu spüren bekämen.

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