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Politik 11.05.2026, 06:06 Aktualisiert: 11.05.2026, 23:07

Naturschutz vs. Landwirtschaft: Streit um EU-Wiederherstellungsverordnung

Nur jeder fünfte Baum in Deutschland ist gesund.

Wichtige Fakten

  • Nur jeder fünfte Baum in Deutschland ist gesund.
  • Naturschutzverbände kritisieren den deutschen Wiederherstellungsplan als unzureichend.
  • Die EU will bis 2030 mindestens 20% geschädigter Flächen renaturieren.
  • Waldbesitzer- und Bauernverbände lehnen strengere Auflagen ab.

Hintergrund der EU-Naturwiederherstellungsverordnung

Die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur stößt in Deutschland auf Widerstand. Insbesondere Agrar-, Wald- und Grundbesitzverbände aus Bayern, Baden-Württemberg und Österreich kritisieren die Pläne scharf. Sie fordern mehr Mitsprache, wirtschaftliche Folgenabschätzungen und setzen auf Freiwilligkeit statt verbindlicher Vorgaben. Der Bayerische Waldbesitzerverband spricht von einer „Käseglocken-Mentalität“ und befürchtet negative ökologische und wirtschaftliche Folgen.

Zustand der Ökosysteme und Position der Naturschützer

Der Zustand vieler Ökosysteme ist alarmierend: Über 80% der geschützten Lebensräume in der EU gelten als geschädigt, in Deutschland ist nur noch jeder fünfte Baum gesund. Der Naturschutzbund (Nabu) wirft den Verbänden vor, Stimmung gegen Naturschutz zu machen. Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger fordert Lösungen für die längst sichtbare Krise. Der deutsche Wiederherstellungsplan bleibt nach Ansicht des Nabu hinter den Notwendigkeiten zurück und müsse konkretisiert werden.

Umsetzung und konkrete Projekte

Die EU-Verordnung verpflichtet die Mitgliedsstaaten, bis September 2027 eigene Pläne vorzulegen. Bis 2030 sollen mindestens 20% der geschädigten Land- und Meeresflächen renaturiert werden. In Deutschland gibt es bereits Beispiele wie das Häsener Luch in Nordbrandenburg oder das Ahlen-Falkenberger Moor, wo Renaturierungsprojekte laufen. Diese zeigen jedoch die Komplexität und Zielkonflikte, etwa mit Eigentumsrechten oder dem Schutz bedrohter Arten.

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