Neue Gesundheitsministerin will Reform der Geburtshilfe
Wichtige Fakten
- • Yvette Cooper verspricht Reform der NHS-Geburtshilfe nach Skandalen.
- • Sie will Pressdruck zu 'idealer Geburt' beenden.
- • Neue verbindliche Standards sollen Postleitzahlen-Lotterie beenden.
- • Unabhängige Untersuchungen fanden Hunderte vermeidbare Todesfälle.
Ankündigung umfassender Reformen
Die neue britische Gesundheitsministerin Yvette Cooper hat tiefgreifende Reformen der Geburtshilfe im National Health Service (NHS) angekündigt. In einem Interview betonte sie, dass Frauen keinen Druck verspüren sollten, einer bestimmten Vorstellung einer 'idealen Geburt' gerecht zu werden. Stattdessen müssten evidenzbasierte Entscheidungen und informierte Wahlmöglichkeiten im Vordergrund stehen. Die Reformen reagieren auf mehrere schwere Skandale in Entbindungsstationen, bei denen Hunderte von Säuglings- und Müttersterbefällen auf systemische Fehler und mangelndes Zuhören zurückgeführt wurden.
Wiedereinführung nationaler Standards
Cooper plant, verbindliche nationale Standards für die Geburtshilfe wieder einzuführen, die unter früheren konservativen Regierungen abgeschafft wurden. Eine neue Taskforce soll fünf Hauptziele umfassen, darunter die Beendigung regionaler Ungleichheiten und die Bekämpfung rassischer Ungleichheiten. Zudem sollen Patientenerfahrungen gemessen und Frühwarnsysteme etabliert werden. Cooper bezeichnete die Berichte über Missstände als 'traumatisierend' und will die Mutter- und Kindergesundheit ins Zentrum des NHS rücken.
Kultureller Wandel und Reaktion auf Untersuchungen
Die Reformen folgen den Erkenntnissen zweier unabhängiger Untersuchungen unter Donna Ockenden und Valerie Amos, die systemische Fehler, Unterbesetzung und toxische Kulturen aufdeckten. Amos' Empfehlung eines neuen gesetzlichen Mütterbeauftragten stieß auf Kritik, wird aber von Cooper unterstützt. Sie betonte die Notwendigkeit, die Konfliktkultur zwischen Ärzten und Hebammen zu überwinden. Cooper zeigt sich entschlossen, den kulturellen Wandel voranzutreiben, wie es die Familien der Betroffenen fordern.
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