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Gesellschaft 05.08.2026, 05:00 Aktualisiert: 05.08.2026, 08:04

Britische Studie: Flohmittel für Haustiere gefährden Gewässer und Wildtiere

Imidacloprid und Fipronil sind in der EU als Pestizide verboten.

Wichtige Fakten

  • Imidacloprid und Fipronil sind in der EU als Pestizide verboten.
  • Chemikalien in fast der Hälfte der Proben walisischer Flüsse gefunden.
  • Studie: Singvogelnester mit kontaminiertem Fell haben mehr Todesfälle.
  • Haus des Lords fordert Verbot von rezeptfreien topischen Behandlungen.
  • Bedenken: Industrie beeinflusst Regulierungsprozesse.

Hintergrund der Studie

Ein Bericht des Umwelt- und Klimaausschusses des britischen Oberhauses fordert ein Verbot von rezeptfreien Floh- und Zeckenmitteln für Hunde und Katzen. Die in diesen Mitteln enthaltenen Chemikalien wie Imidacloprid und Fipronil sind in der EU und Großbritannien als Pestizide verboten, gelangen aber durch die Anwendung bei Haustieren in die Umwelt. Sie sind für Fische, Wirbellose, Bienen und Bestäuber hochgiftig.

Umweltschäden

Forscher der Cardiff University fanden diese Chemikalien in fast der Hälfte der Proben aus neun walisischen Flüssen. Die Umweltbehörde warnte, dass schon geringe Mengen erheblichen Schaden anrichten können. Professor Guy Woodward von der Imperial College London zeigte mit einem Beispiel, wie winzige Mengen große Gewässer verschmutzen können. Darüber hinaus fanden Studien, dass Vögel kontaminiertes Fell für den Nestbau nutzen, was zu mehr unbefruchteten Eiern und toten Küken führt.

Gesundheitsbedenken

Der Ausschuss bemängelt fehlende Belege zur Sicherheit für die menschliche Gesundheit, wobei Studien auf mögliche Auswirkungen auf die fötale Entwicklung und die Schilddrüse hinweisen. Zudem sind die Abbauprodukte teils giftiger als die Ausgangsstoffe.

Industrie und Regulierung

Es gibt Kritik an der engen Verbindung zwischen der Tierpharma-Industrie und den Regulierungsbehörden. Die Ausschussvorsitzende Shas Sheehan bezeichnete das Verhältnis als undurchsichtig wie die verschmutzten Gewässer. Der Berufsverband der Tierärzte unterstützt die Forderungen nach strengeren Kontrollen.

Die Tierärztliche Direktion und die Regierung haben angekündigt, die Situation zu prüfen, betonen aber die Notwendigkeit der Behandlung von Heimtieren.

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