Teilen:
Gesellschaft 04.03.2026, 03:39 Aktualisiert: 04.03.2026, 06:00

"Neue Männlichkeit": Zwischen Mythos und Realität

Ministerin Karin Prien warnt vor einer benachteiligten Männergeneration.

Wichtige Fakten

  • Ministerin Karin Prien warnt vor einer benachteiligten Männergeneration.
  • Die Soziologin Sylka Scholz betont den ständigen Wandel der Männlichkeitsvorstellungen.
  • Traditionelle, autoritäre Männlichkeitsbilder erleben ein Comeback.
  • Antifeminismus in der "Manosphere" wird als Brückenideologie genutzt.
  • Junge Männer suchen online nach Vorbildern und Identitäten.

Veränderung der Männlichkeitsvorstellungen

In der aktuellen Debatte um Männlichkeitsbilder warnt Bundesbildungsministerin Karin Prien vor einer Generation von Männern, die sich als Verlierer empfindet. Diese jungen Männer laufen Gefahr, extremistischen Ideologien zu verfallen. Die Regisseurin Anika Decker hebt hervor, dass positive Vorbilder in sozialen Medien fehlen, während hasserfüllte Inhalte dort dominieren. Die Soziologin Sylka Scholz betont, dass Männlichkeit immer im Wandel ist und dieser Prozess oft von gesellschaftlichen Veränderungen begleitet wird. Der Wandel hin zum fürsorglichen Vater ist ein Beispiel, das jedoch von traditionellen Rollenbildern herausgefordert wird.

Komplexität der "Manosphere"

In der sogenannten "Manosphere" werden Unsicherheiten von rechten Kräften genutzt, um Antifeminismus als Brückenideologie zu fördern. In solchen Online-Communities wird Männlichkeit oft als harte und dominante Rolle dargestellt. Influencer propagieren dort den "Alpha"-Mythos, der durch Dominanz und Disziplin charakterisiert wird. Diese Ideologie ist allerdings auf einem überholten Verständnis von Alphatieren aufgebaut, das wissenschaftlich widerlegt wurde.

Männlichkeit in der Popkultur

Medien und Popkultur spielen eine wichtige Rolle bei der Aushandlung von Männlichkeitsbildern. Serien zeigen zunehmend vielfältige Männerrollen und -konflikte, die von traditionellen Formaten abweichen. Während das Bild des harten Einzelgängers in der Vergangenheit dominierte, erscheinen heute auch verletzliche Helden und fürsorgliche Väter. Dennoch besteht ein Wettbewerb zwischen diesen neuen Bildern und hypermaskulinen Idealen.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.