Nordirland: Überlebende von UVF-Attentat erhalten Millionen-Entschädigung
Wichtige Fakten
- • John McEvoy und sieben weitere Überlebende erhalten Millionen-Entschädigung.
- • Der UVF-Angriff 1992 in Kilcoo forderte ein Todesopfer.
- • Ein Verdächtiger war Mitglied der britischen UDR.
- • Das Gericht stellte 2020 eine unzureichende Polizeiarbeit fest.
- • Die Zivilklage dauerte elf Jahre.
Entschädigung nach tödlichem UVF-Angriff
Überlebende des UVF-Waffenangriffs auf die Thierafurth Inn in Kilcoo, Grafschaft Down, im Jahr 1992 haben eine Entschädigung in Millionenhöhe von der nordirischen Polizei und dem Verteidigungsministerium erhalten. John McEvoy, der hinter der Theke stand, als zwei Schützen das Feuer eröffneten, bezeichnete die Zahlung als „Sieg für uns“, betonte jedoch, dass sie die offene Frage der Gerechtigkeit nicht löse: „Es ändert nichts daran, dass die Täter immer noch da draußen sind“. Vor 34 Jahren wurde Peter McCormack getötet, drei weitere schwer verletzt. Die Zivilklage endete nach 11 Jahren vor dem High Court in Belfast.
Vorwürfe staatlicher Kollusion
Die Kläger warfen dem Staat geheime Absprachen mit den Angreifern vor. Einer der UVF-Verdächtigen gehörte dem britischen Ulster Defence Regiment an. Bereits 2020 entschied das Gericht, dass die Polizei ihre Ermittlungspflicht verletzt habe. Ein Ombudsbericht aus dem Jahr 2016 belegte, dass mindestens drei UDR-Mitglieder direkt mit der UVF von South Down verbunden waren. Die Polizei habe es versäumt, ihre Aktivitäten zu unterbinden. Anwalt Gavin Booth erklärte, die Täter seien vom Staat geschützt worden, statt verfolgt zu werden. Der Überlebende Patrick Gribben leidet noch immer unter Albträumen. Sinn-Féin-Abgeordneter Chris Hazzard bedauerte das Ausbleiben der strafrechtlichen Verfolgung.
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