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Wirtschaft 27.04.2026, 12:23 Aktualisiert: 27.04.2026, 18:04

Notenbanken im Dilemma: Zinswende rückt in Ferne

Fünf der sieben G7-Notenbanken entscheiden diese Woche über Leitzinsen.

Wichtige Fakten

  • Fünf der sieben G7-Notenbanken entscheiden diese Woche über Leitzinsen.
  • Der Iran-Krieg treibt Energiepreise und Inflation in die Höhe.
  • Fed-Leitzins liegt seit Dezember 2025 bei 3,5–3,75 Prozent.
  • EZB-Leitzins steht seit Juni 2025 bei 2,0 Prozent.
  • Die Inflation im Euroraum erreichte im März 2,6 Prozent.

Geballte Zinssitzungen in der G7

Diese Woche stehen die Leitzinsentscheidungen von fünf der sieben wichtigsten Notenbanken an: Bank of Japan (Dienstag), Fed und Bank of Canada (Mittwoch) sowie EZB und Bank of England (Donnerstag). Angesichts des Iran-Krieges und der damit verbundenen Energiepreissteigerungen gehen Beobachter davon aus, dass alle Institute ihren Kurs vorerst beibehalten. Der scharfe Anstieg der Energiekosten ließ die Inflationsprognosen zuletzt deutlich steigen – solange die Straße von Hormus blockiert bleibt, dürfte sich dieser Trend fortsetzen.

Inflationsdruck versus Konjunktursorgen

Von der Fed wird bestenfalls noch eine Zinssenkung im Dezember erwartet; der Leitzins liegt seit Dezember 2025 bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Bei der EZB, deren Leitzins seit Juni 2025 bei 2,0 Prozent liegt, werden bereits seit längerem keine Zinssenkungen mehr prognostiziert. Die am Donnerstag anstehenden Inflationsdaten für den Euroraum könnten eine Teuerung oberhalb von drei Prozent zeigen – deutlich über dem mittelfristigen Ziel der Notenbank von zwei Prozent. Gleichzeitig trübt sich die Konjunktur ein, sodass eine straffere Geldpolitik die Wirtschaft weiter schwächen würde.

Signalwirkung der Notenbanker-Reden

Angesichts dieses Dilemmas werden Fed-Chef Jerome Powell und EZB-Chefin Christine Lagarde voraussichtlich ihre Datenabhängigkeit betonen und vorschnelle Festlegungen vermeiden. Beobachter halten eine Zinserhöhung durch die EZB auf der übernächsten Sitzung im Juni durchaus für möglich. Der Energieschock dämpfe die Binnennachfrage bereits, so die Einschätzung von Experten. Die Aktienmärkte hoffen indes auf eine Verhandlungslösung im Iran-Konflikt – der Index DAX legte am Dienstagvormittag um rund 0,9 Prozent auf 24.340 Punkte zu.

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