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International 17.01.2026, 04:00 Aktualisiert: 17.01.2026, 12:04

Odesa unter verstärktem russischen Beschuss: Angriffe auf Häfen und Energieversorgung verschärfen Winterkrise

Odesa steht laut BBC seit Wochen unter anhaltenden russischen Luftangriffen; Ziele sind insbesondere Hafen- und Energieinfrastruktur, zugleich werden regelmäßig Wohngebäude getroffen – teils mit tödlichen Folgen.

Wichtige Fakten

  • Odesa steht laut BBC seit Wochen unter anhaltenden russischen Luftangriffen; Ziele sind insbesondere Hafen- und Energieinfrastruktur, zugleich werden regelmäßig Wohngebäude getroffen – teils mit tödlichen Folgen.
  • Die Region ist wirtschaftlich und strategisch zentral: Odesa verfügt über die drei größten ukrainischen Häfen, darunter den einzigen Tiefwasserhafen; 90% der ukrainischen Exporte wurden im Vorjahr über den Seeweg verschifft.
  • Russische Angriffe beschädigten laut BBC Infrastruktur und zerstörten Fracht/Container; Besatzungsmitglieder ausländischer Handelsschiffe im Golf von Odesa wurden dabei verletzt oder getötet.
  • Die Regionalverwaltung nennt rund 800 Luftalarm-Meldungen innerhalb eines Jahres, die den Hafenbetrieb wiederholt unterbrechen; als Folge wird ein Rückgang der Agrarexporte um 45% im vergangenen Jahr genannt.
  • Nach einem Drohnenangriff in dieser Woche geriet ein unter panamaischer Flagge fahrendes Schiff in Brand; ein Besatzungsmitglied wurde schwer verletzt; Regionalchef Oleh Kiper sagte, Reedereien wüssten, dass sie in eine Kriegszone einfahren, und die Schiffe seien versichert (BBC).
  • Nach einem nächtlichen Drohnenangriff wurden laut BBC sieben Menschen verletzt; Rettungskräfte berichten, viele Bewohner nähmen Luftalarme zunehmend nicht mehr ernst, weil langes Ausharren in Schutzräumen kaum praktikabel sei.
  • Im Dezember waren laut Kiper zeitweise fast eine Million Menschen in Odesa ohne Strom; Wochen später blieb die Versorgung bei winterlichen Temperaturen weiter stark gestört (BBC).
  • Bei Temperaturen bis -6°C markierte die Stadt laut BBC einen Monat partieller Blackouts; zudem wurde der Hafen Tschornomorsk östlich von Odesa erneut von einer ballistischen Rakete getroffen, wobei ein Besatzungsmitglied auf einem zivilen Schiff verletzt wurde.
  • Kiper treibt eine „Dekolonisierung“ voran (u.a. Umbenennungen und Entfernung russisch-imperialer Symbole) und wirbt für stärkere Nutzung der ukrainischen Sprache in einer Stadt, in der Russisch weiterhin verbreitet ist (BBC).
  • BBC berichtet, dass Drohnen oft „so groß wie ein Motorrad“ sind und wiederholt in Hochhäuser einschlagen.
  • Laut BBC drohte Russlands Präsident Wladimir Putin im Vormonat, der Ukraine als Vergeltung für ukrainische Angriffe auf Russlands sogenannte „Schattenflotte“ den Zugang zum Meer abzuschneiden.
Odesa, die drittgrößte Stadt der Ukraine, gerät laut BBC seit Wochen unter besonders intensiven russischen Beschuss. Moskau ziele dabei vor allem auf Hafen- und Energieanlagen, um die Wirtschaftskraft der Region zu schwächen und die Moral der Bevölkerung zu treffen. Zugleich schlagen Drohnen – laut BBC häufig so groß wie ein Motorrad – regelmäßig in Wohnhäuser und Hochhäuser ein; die Folgen seien oft tödlich. Rettungskräfte berichten zudem von wachsender Nachlässigkeit vieler Menschen gegenüber Luftalarmen, auch weil stundenlanges Ausharren in Schutzräumen kaum realistisch sei. Die Küstenregion bleibt strategisch entscheidend: Odesa umfasst die drei größten ukrainischen Häfen, darunter den einzigen Tiefwasserhafen; nachdem Landrouten beeinträchtigt sind, wurden im Vorjahr rund 90% der ukrainischen Exporte über den Seeweg verschifft. Gerade diese Bedeutung macht die Stadt verwundbar. Angriffe zerstören Fracht und beschädigen Infrastruktur; zudem wurden Besatzungen ausländischer Handelsschiffe im Golf von Odesa verletzt oder getötet. In dieser Woche geriet nach einem Drohnenangriff ein unter panamaischer Flagge fahrendes Schiff in Brand, ein Crewmitglied wurde schwer verletzt. Regionalchef Oleh Kiper erklärte, Reedereien wüssten, dass sie in eine Kriegszone einfahren; die Schiffe seien versichert – dennoch warnt der Bericht, dass fortgesetzte Attacken ausländische Unternehmen langfristig vom Handel über die Häfen abhalten könnten. Insgesamt nennt die Regionalverwaltung 800 Luftalarme binnen eines Jahres; als wirtschaftliche Folge wird ein Rückgang der Agrarexporte um 45% im vergangenen Jahr angeführt. Parallel verschärft sich die humanitäre Lage im Winter: Im Dezember waren zeitweise fast eine Million Menschen in Odesa ohne Strom; Wochen später blieb die Versorgung bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt weiter stark gestört. Bei einem Kälteeinbruch bis -6°C markierte die Stadt laut BBC einen Monat partieller Blackouts; zudem wurde der Hafen Tschornomorsk erneut von einer ballistischen Rakete getroffen, wobei ein Besatzungsmitglied auf einem zivilen Schiff verletzt wurde. Kiper betont zugleich, Odesa solle sich weiter von Russland lösen – unter anderem durch „Dekolonisierung“ mittels Umbenennungen und der Entfernung russisch-imperialer Symbole.

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