Ostdeutsches Wirtschaftsforum: Kanzler ruft zu Optimismus auf, Unternehmer bleiben skeptisch
Wichtige Fakten
- • Kanzler Merz sieht in Ostdeutschland Schlüsselrolle für Innovation.
- • Ostdeutsche Spitzenforschung in Astrophysik, KI und Biotechnologie.
- • 63% der Ost-Manager fordern Bürokratieabbau und niedrigere Kosten.
- • Studie: Wirtschaftskraft ostdeutscher Arbeitnehmer bei 85% des Westniveaus.
- • Senftenberg verbessert Lebensqualität trotz anhaltendem Einwohnerschwund.
Unternehmerstimmung: Skepsis trotz Potenzial
Eine Umfrage unter 1.500 ostdeutschen Unternehmern zeigt eine tiefe Unzufriedenheit: Rund die Hälfte bewertet die aktuelle Lage negativ, nur ein Viertel positiv. Hauptkritikpunkte sind hohe Steuern (36%), steigende Energiepreise (35%) und Inflation (32%). 53% der Befragten spüren keine positiven Effekte wirtschaftspolitischer Maßnahmen. Dennoch sehen 60% weiterhin ein großes wirtschaftliches Potenzial im Osten, fordern aber weniger Regulierung, niedrigere Energiekosten und steuerliche Entlastungen.
Kanzler appelliert an Innovationskraft und Reformbereitschaft
Bundeskanzler Friedrich Merz rief beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow zu Optimismus und Reformbereitschaft auf. Er betonte die Schlüsselrolle Ostdeutschlands für die Innovationskraft des Landes und verwies auf Spitzenforschung in Städten wie Görlitz, Magdeburg und Greifswald. Merz kündigte ein großes Reformpaket der schwarz-roten Koalition zur Renten-, Steuer- und Gesundheitspolitik an, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken – trotz schlechter Stimmung und schwacher Konjunktur.
Senftenberg: Positivbeispiel für Transformation und Lebensqualität
Senftenberg im Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft deutschlandweit Platz 164 und Spitzenreiter in Brandenburg – punkten als Vorzeigebeispiel für gelungene Transformation: Nach 1990 lange vom Einwohnerschwund betroffen, entwickelte sich der geflutete Tagebau zum Senftenberger See zu einem Touristenmagneten. Die Altstadt wurde saniert, Daseinsvorsorge wie Bildung und Gesundheit sind gut zugänglich. Doch viele andere Orte in der Uckermark leiden unter unzureichender Infrastruktur, fehlendem Mobilfunk und langsamen Internet.
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