Pakistan und Afghanistan vereinbaren Feuerpause nach tödlichen Luftangriffen
Wichtige Fakten
- • Pakistan und Afghanistan vereinbarten eine fünftägige Feuerpause zum Ende des Ramadan.
- • Ein Luftangriff auf ein Rehabilitationszentrum in Kabul forderte laut Taliban über 400 Tote.
- • Pakistan bestreitet, das Zentrum gezielt zu haben und spricht von Militärinfrastruktur.
- • Saudi-Arabien, Katar und die Türkei vermittelten bei der Waffenruhe.
- • Die Grenze zwischen beiden Ländern ist 2.611 km lang und wird von Afghanistan nicht anerkannt.
Feuerpause nach Eskalation
Pakistan und Afghanistan haben eine fünftägige Feuerpause vereinbart, die am 18. März um Mitternacht begann und bis zum 23. März gelten soll. Die Waffenruhe erfolgt zum Ende des Fastenmonats Ramadan und wurde auf Initiative Pakistans sowie auf Bitten Saudi-Arabiens, Katars und der Türkei beschlossen. Beide Seiten kündigten an, die militärischen Operationen sofort wieder aufzunehmen, sollte es zu Angriffen oder terroristischen Vorfällen kommen.
Hintergrund der Spannungen
Die Spannungen zwischen den Nachbarländern eskalierten nach einem Luftangriff auf ein Drogenrehabilitationszentrum in Kabul am 15. März. Die afghanischen Taliban-Regierung wirft Pakistan vor, dabei über 400 Menschen getötet zu haben. Pakistan bestreitet dies und behauptet, militärische Ziele und terroristische Infrastruktur angegriffen zu haben. Unabhängige Verifizierungen sind schwierig. Die gegenseitigen Angriffe haben in den letzten Monaten zugenommen, wobei vereinbarte Feuerpausen in der Vergangenheit bereits gebrochen wurden.
Diplomatische und humanitäre Lage
Pakistan begründet seine Luftangriffe mit der Notwendigkeit, sich vor Terroranschlägen zu schützen, die von afghanischem Territorium ausgeführt würden. Die Taliban werfen Pakistan hingegen vor, die Souveränität Afghanistans zu verletzen, und drohen mit Vergeltung. Die EU und UN-Organisationen mahnten, zivile und medizinische Einrichtungen nicht anzugreifen. Humanitäre Gruppen berichten von über 115.000 Vertriebenen und steigenden Preisen für Grundgüter aufgrund von Grenzschließungen.
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