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International 22.04.2026, 17:24 Aktualisiert: 22.04.2026, 23:09

Pentagon-Budget für autonome Drohnen und Personalwechsel im US-Militär

Pentagon fordert 54 Mrd. Dollar für autonome Drohnensysteme in 2027.

Wichtige Fakten

  • Pentagon fordert 54 Mrd. Dollar für autonome Drohnensysteme in 2027.
  • Das Budget ist ein Anstieg um 24.000% gegenüber dem Vorjahr.
  • US-Marineminister John Phelan wurde überraschend entlassen und durch Hung Cao ersetzt.
  • Experten warnen weiterhin vor Risiken autonomer Waffensysteme.
  • Neue Abteilung DAWG soll mit Privatsektor zusammenarbeiten.

Hintergrund der Budgetforderung

Das US-Verteidigungsministerium (Pentagon) hat in seinem Haushaltsentwurf für 2027 über 54 Milliarden US-Dollar für die Defense Autonomous Warfare Group (DAWG) beantragt, was einem Anstieg von 24.000 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Mittel sollen laut Budgetdokumenten in autonome und ferngesteuerte Systeme für Luft, Land und See fließen, darunter das 'Drone Dominance'-Programm. Die Summe übersteigt die Hälfte des gesamten britischen Verteidigungshaushalts und wurde von ehemaligen CIA-Direktor David Petraeus als 'größte Einzelverpflichtung zur autonomen Kriegsführung in der Geschichte' bezeichnet.

Personalwechsel im Pentagon

Parallel zur Budgetplanung gab es einen überraschenden Personalwechsel im US-Militär: Marineminister John Phelan wurde mit sofortiger Wirkung entlassen, wie das Pentagon am Mittwoch bekannt gab. Als Grund für die Entlassung wurden keine Angaben gemacht. Phelan, ein großer Spender für Donald Trumps Wahlkampf, hatte keine militärische Erfahrung und wurde erst Ende 2024 nominiert. Sein Nachfolger als amtierender Marineminister wurde der bisherige Staatssekretär Hung Cao, ein 25-jähriger Navy-Veteran und gescheiterter republikanischer Senatskandidat aus Virginia. Cao hatte 2024 Trump-Unterstützung erhalten und war für umstrittene Äußerungen über 'Hexerei' in Kalifornien bekannt geworden.

Kritik und Risiken

Experten wie Petraeus und ehemalige Sicherheitsforscher warnen weiterhin davor, dass das US-Militär und KI-Unternehmen nicht ausreichend auf die Risiken und Verantwortlichkeiten autonomer Waffensysteme vorbereitet seien. Jeffrey Ladish von Palisade Research betonte, dass autonome Systeme militärische Konfrontationen verändern und Ereignisse wie Putsche erleichtern könnten. Peter Wallich, ein ehemaliger Beamter des UK AI Security Institute, wies auf ausnutzbare Sicherheitslücken in fortschrittlichen KI-Systemen hin, die im Verteidigungskontext Kriegsangehörige und Zivilisten gefährden könnten.

Ziele und Kontroversen

Die neu geschaffene DAWG-Abteilung soll mit dem Privatsektor zusammenarbeiten, um autonome Drohnentechnologien zu testen und in das Militär zu integrieren. Die Finanzierung erfolgt vor dem Hintergrund von US-Bemühungen, sich von chinesischer Verteidigungstechnologie zu lösen, mit Verboten chinesischer Drohnenkomponenten seit Dezember. Während US-Drohnenhersteller wie Neros Technologies die Investition als positives Signal für die Berücksichtigung von Schlachtfelderfahrungen begrüßen, kritisieren andere wie Kristofer Harrison, ein ehemaliger Russland-Experte des State Department, die Mittel als 'Schmiergeldkasse für Anduril' und plädieren für eine stärkere Zusammenarbeit mit ukrainischen Herstellern, die kostengünstigere und erprobte Drohnen produzieren.

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