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Wirtschaft 22.04.2026, 08:36 Aktualisiert: 22.04.2026, 18:05

Waffenruhe verlängert, doch Konflikt in Straße von Hormus eskaliert

US-Präsident Trump verlängert Waffenruhe mit Iran auf unbestimmte Zeit, hält aber Blockade iranischer Häfen aufrecht.

Wichtige Fakten

  • US-Präsident Trump verlängert Waffenruhe mit Iran auf unbestimmte Zeit, hält aber Blockade iranischer Häfen aufrecht.
  • Iranische Revolutionsgarde beschoss und beschlagnahmte mindestens zwei Schiffe in der Straße von Hormus.
  • Energiepreise in Deutschland steigen: Gas 75%, Strom 35% teurer seit Kriegsbeginn.
  • Verbraucherzentrale: 58% der Deutschen sorgen sich wegen steigender Preise im Alltag.
  • Iran sieht US-Hafenblockade als Verletzung der Waffenruhe und Hindernis für Friedensgespräche.

Waffenruhe verlängert, Blockade bleibt

US-Präsident Donald Trump hat überraschend die Waffenruhe mit Iran auf unbestimmte Zeit verlängert, nachdem er zuvor mit militärischen Angriffen gedroht hatte. Auf Bitten Pakistans will er von Attacken absehen, bis die iranische Führung einen einheitlichen Vorschlag vorlegt. Gleichzeitig hält Trump jedoch an der Blockade iranischer Häfen in der strategisch wichtigen Straße von Hormus fest, was Teheran als Hindernis für weitere Verhandlungen kritisiert. Iranische Vertreter haben signalisiert, dass eine Aufhebung der Blockade Voraussetzung für eine Rückkehr zu Friedensgesprächen bleibt.

Militärische Eskalation in der Straße von Hormus

Unmittelbar nach der Verlängerung der Waffenruhe hat die iranische Revolutionsgarde mindestens zwei Schiffe in der Straße von Hormus beschossen und beschlagnahmt, darunter die unter panamaischer Flagge fahrende "MSC Francesca" und die liberianische "Epaminondas". Ein drittes Schiff soll ebenfalls angegriffen worden sein. Die USA hatten zuvor zwei iranische Schiffe beschlagnahmt, woraufhin Iran mit Vergeltung gedroht hatte. Diese Zwischenfälle zeigen, dass die Lage trotz der Waffenruhe weiter eskaliert und die Schifffahrt in der lebenswichtigen Meerenge nahezu zum Erliegen gekommen ist.

Energiepreise steigen weiter

Der Iran-Konflikt treibt die Energiepreise in Deutschland weiter in die Höhe. Laut E.ON-Vorstandschef Filip Thon haben sich die Preise für Gas um 75 Prozent und für Strom um 35 Prozent erhöht, seit der Krieg begann. Für das kommende Jahr zeichnet sich ein weiterer Anstieg ab. Gas-Neukunden müssen derzeit rund 10,5 Cent pro Kilowattstunde zahlen, 25 Prozent mehr als vor Kriegsbeginn. Eine Umfrage der Verbraucherzentrale Niedersachsen zeigt, dass 58 Prozent der Deutschen große Sorgen haben, sich wegen der steigenden Preise im Alltag einschränken zu müssen.

Diplomatische Entwicklungen und Marktreaktionen

Diplomatisch bleibt die Situation zwischen den USA und Iran angespannt. UN-Generalsekretär António Guterres begrüßte die Verlängerung der Waffenruhe als "wichtigen Schritt zur Deeskalation". Pakistans Regierungschef Sharif dankte Trump für die Verlängerung und forderte beide Seiten auf, die Verhandlungen fortzusetzen. Die Märkte reagierten verhalten auf diese Entwicklung: Der DAX zeigte sich unentschlossen und notierte leicht im Minus, während der japanische Nikkei-Index mit Unterstützung von Technologiewerten ein neues Rekordhoch über 59.600 Punkte erreichte.

Lufthansa, Fraport und Telekom

Die Lufthansa reduziert ihr Flugangebot massiv und streicht bis zum Herbst 20.000 Kurzstreckenverbindungen, was einer Einsparung von rund 40.000 Tonnen Kerosin entspricht. Grund sind die deutlich gestiegenen Kerosinpreise. Am Frankfurter Flughafen wird das neue Passagierterminal 3 eröffnet, das bis zu 19 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen soll. Fraport hält trotz des Iran-Konflikts an seiner Passagierprognose für das laufende Jahr fest. Die Deutsche Telekom erwägt eine Fusion mit ihrer US-Tochter T-Mobile US, bei der eine Holding gegründet werden könnte.

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