Peru vor historischer Wahl: Kriminalität und Korruption dominieren unberechenbare Abstimmung
Wichtige Fakten
- • Rekord: 35 Präsidentschaftskandidaten auf 50 cm langem Wahlzettel
- • Kriminalität und Korruption sind die Top-Wählerthemen
- • Kein Kandidat erreicht in Umfragen mehr als 15 Prozent
- • Stichwahl am 7. Juni gilt als fast sicher
- • Vier Ex-Präsidenten sitzen im Gefängnis
Historische Wahl in unsicheren Zeiten
Peru steht vor einer historischen Präsidentschaftswahl mit Rekordzahl von 35 Kandidaten, die auf einem fast halben Meter langen Wahlzettel antreten. Die Abstimmung findet inmitten tiefer politischer Instabilität statt – das Land hatte in den letzten zehn Jahren neun Präsidenten. Rund 27 Millionen Wahlberechtigte müssen sich am Sonntag entscheiden, wobei eine Stichwahl am 7. Juni als fast sicher gilt, da kein Kandidat in Umfragen über 15 Prozent liegt.
Kriminalität und Korruption dominieren Debatte
Die Bekämpfung von Kriminalität ist das wichtigste Wählerthema angesichts rekordhoher Mord- und Erpressungsraten, dicht gefolgt von politischer Korruption. Vier ehemalige Präsidenten sitzen derzeit im Gefängnis, die meisten in Verbindung mit Bestechungsfällen des brasilianischen Baukonzerns Odebrecht. Die politische Landschaft ist fragmentiert, und laut Umfrageexperten gibt es keinen Kandidaten, der Hoffnung auf grundlegende Veränderung vermittelt.
Vielfältiges Kandidatenfeld ohne klaren Favoriten
Führend in den Umfragen ist die dreimalige Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori, Tochter des inhaftierten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori. Dicht dahinter folgen der Comedian Carlos Álvarez, der sich als Bewunderer von Donald Trump und Nayib Bukele präsentiert, sowie die ehemaligen Lima-Bürgermeister Rafael López Aliaga (ultrakonservativ) und Ricardo Belmont (Medienmogul). Belmont wirbt mit der Kampagne „Umarmungen statt Kugeln“ um junge Wähler, während López Aliaga mit Desinformation und Hassrede auffällt. Experten beschreiben die Wahl als eine der unberechenbarsten in der Geschichte Perus.
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