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Inland 01.03.2026, 10:39 Aktualisiert: 01.03.2026, 12:02

Pflegeversicherung steht vor finanziellen Herausforderungen

2025 nur dank 500 Mio. Euro Bundesdarlehen ein Plus von 10 Mio. Euro

Wichtige Fakten

  • 2025 nur dank 500 Mio. Euro Bundesdarlehen ein Plus von 10 Mio. Euro
  • 2027 wird ein Defizit von fast 5 Mrd. Euro erwartet
  • Eigenanteile in Heimen stiegen auf durchschnittlich 3.245 Euro monatlich
  • Ausgaben steigen schneller als Beitragseinnahmen
  • Anzahl Pflegebedürftiger auf 5,6 Millionen gestiegen

Finanzielle Situation und Prognosen

Die gesetzliche Pflegeversicherung hat im Jahr 2025 nur knapp ein Defizit vermieden, indem sie ein staatliches Darlehen über 500 Millionen Euro erhielt, was zu einem minimalen Überschuss von zehn Millionen Euro führte. Für 2026 wird ein erwartetes Minus von 2,8 Milliarden Euro prognostiziert, da ein weiteres Darlehen von 3,2 Milliarden Euro notwendig ist, um die Lücke zwischen steigenden Ausgaben und geringeren Beitragseinnahmen zu schließen. Bis 2027 droht sogar ein Defizit von fast fünf Milliarden Euro, falls keine grundlegenden Reformen umgesetzt werden.

Ursachen und aktuelle Entwicklungen

Die Finanznöte resultieren aus einer steigenden Zahl von Pflegebedürftigen, die mittlerweile 5,6 Millionen erreicht hat, sowie aus höheren Personalausgaben und erweiterten Kriterien für Pflegebedürftigkeit seit einer Reform im Jahr 2017. Trotz einer Beitragsanhebung Anfang 2025 können die Ausgaben, die 2026 voraussichtlich auf 79 Milliarden Euro anwachsen, nicht vollständig gedeckt werden. Gleichzeitig steigen die Eigenanteile der Pflegebedürftigen, beispielsweise in Heimen auf durchschnittlich 3.245 Euro monatlich, was die finanzielle Belastung für Betroffene erhöht.

Politische Reaktionen und Reformvorschläge

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) und Kanzler Friedrich Merz (CDU) streben eine umfassende Pflegereform an, doch konkrete Pläne lassen auf sich warten. Vorschläge reichen von mehr Steuergeldern über Limits für Eigenanteile bis hin zu einer Vollversicherung, die Warken jedoch ablehnt. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen mahnt dringendes Handeln an, da höhere Beiträge und steigende Eigenanteile keine nachhaltige Lösung darstellen. Eine Bund-Länder-Runde zur Finanzierung wurde für Februar angekündigt, ist aber noch nicht erfolgt.

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